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Empfehlungen

Fachbücher

Neuerscheinung

Zytologie, Histologie und Mikroskopische Anatomie

Licht- und elektronenmikroskopischer Bildatlas

Hartmann/ Pabst/ Dohr

€ 45,00 · facultas

Die optimale Ergänzung zu jedem Lehrbuch der Zytologie, Histologie und Mikroskopischen Anatomie ...
Das praktisch wertvolle Package - Handbuch sowie interaktives Lernprogramm inkl. Übungs-DVD - stellte eine unverzichtbare Orientierungshilfe für den Histologiekurs dar. Es hilft beim richtigen Erkennen von Zell- und Gewebsstrukturen eines histologischen Präparates und damit bei der Diagnose.

Das Buch gibt eine kurze Anleitung zum Verständnis der elementaren histologischen und mikroskopisch-anatomischen Strukturen des menschlichen Körpers. Es enthält Schemazeichnungen mit erklärenden Texten, die die wichtigsten Strukturmerkmale veranschaulichen sowie licht- und elektronenmikroskopische Abbildungen, die ein tiefes funktionelles Verständnis von Zellen und Geweben ermöglichen.
Auf den CDs I und II finden sich ca. 250 licht- sowie elektronenmikroskopische Aufnahmen, die durch ihre außergewöhnliche Bildqualität bestechen. Zu jeder Abbildung gibt es Hinweise auf wichtige strukturelle Details sowie die wesentlichen Merkmale zum Anklicken. Ein Index erleichtert das schnelle Auffinden der gewünschten Bilder.
Für den Selbsttest liegt eine Übungs-DVD vor.
Dieses Package ermöglicht einerseits die Aneignung differenzialdiagnostischen Basiswissens anhand einer handlichen Broschüre, andererseits das visuelle Einprägen aller wichtigen mikroskopischen Strukturen durch virtuelles Mikroskopieren.

Neuerscheinung

Campbell Biologie

11., aktualisierte Auflage

Lisa Urry, Michael Cain, Steven Wasserman, Peter Minorsky & Jane Reece

€ 102,80 · Pearson

Der "Campbell Biologie" wird nicht umsonst häufig auch als die "Bibel der Biologen" bezeichnet.

Vor allem die einzigartige Ausgewogenheit aus Verständlichkeit und wissenschaftlicher Prägnanz sichern ihm weltweit seinen Platz als das Standardwerk der Biologie. Die 11., aktualisierte, inhaltlich vollständig überarbeitete und an das Studium in Deutschland, Österreich und der Schweiz angepasste Auflage setzt hier erneut höchste Maßstäbe. Das 26-köpfige Team aus renommierten und erfahrenen Dozentinnen und Dozenten, unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen J. Heinisch und Prof. Dr. Achim Paululat, greift auch aktuelle Themen wieder geschickt auf. Mit QR-Codes im Buch können erstmals kurze Lernvideos direkt per Smartphone oder Tablet abgerufen werden.

Ergänzt wird das Buch durch eine jetzt noch intuitivere Online-Lernumgebung. Über einen ins Buch eingedruckten Code erhalten Sie Zugang zu einer umfangreichen Mediathek mit vielen Videos, Animationen, Übungsaufgaben, digitalen Lernkarten sowie einer digitalen Ausgaben des Buchs – zum Lesen und Lernen, wo immer Sie gerade sind.

In jedem Kapitel hilft die klare Struktur der Abschnitte stets das „große Ganze“ im Blick zu behalten. Der modulare Aufbau des Campbell Biologie ermöglicht es ohne Weiteres die einzelnen Kapitel auch in unterschiedlicher Reihenfolge zu lesen, ohne dass der Zusammenhang verloren geht. Zentrale Konzepte der Biologie werden für Studenten aber auch interessierte Laien verständlich dargestellt. Mehrere Teilbereiche umfassende Themen werden gesondert hervorgehoben und bieten eine anschauliche Darstellung zentraler Beziehungen. Ein moderneres Layout unterstützt dabei den Lesefluss.

Ziel ist es nicht nur Faktenwissen ansprechend zu präsentieren, sondern angehenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Rüstzeug an die Hand zu geben um notwendige Methodenkompetenzen zu entwickeln. So wird gezeigt wie sich wissenschaftliche Fragestellungen entwickeln lassen und Phänomene untersucht werden: Exkurse zu "Arbeitstechniken" erläutern beispielhaft Experimente und Felduntersuchungen und "Wissenschaftliche Übungen" helfen Schritt für Schritt anhand realer Versuchsergebnisse wissenschaftliche Kompetenzen, wie beispielsweise das Auswerten von Daten oder die praktische Durchführung eines Versuchs zu entwickeln. Zahlreiche Wiederholungsfragen und Übungsaufgaben mit Lösungen, einzigartiges Bildmaterial, aufwendig erstellte Grafiken, modernstes, didaktisch durchdachtes Layout, die umfassende exklusive Online-Lernumgebung und nicht zuletzt der neue Ansatz digitale Inhalte direkt mit dem Buch zu verknüpfen machen diesen Klassiker somit zu einem Must-have im Biologiestudium.

Neuerscheinung

Chemie

Das Basiswissen der Chemie. 13. Auflage

Charles E. Mortimer/ Ulrich Müller

€ 72,00 · Thieme

Hier stimmt die Chemie!

Der »Mortimer« begeistert Studierende seit Jahrzehnten. Er ist das meistverkaufte Lehrbuch seiner Art und startet bereits in die 13. Auflage.

Warum sind die Lernenden so begeistert? Der Mortimer macht Chemie begreifbar und besonders anschaulich. Für Chemie-Studierende bietet er eine solide Basis, Nebenfächler der Natur- und Ingenieurwissenschaften führt er sicher durch alle Prüfungen. Mündliche Kolloquien im Rahmen der Praktika werden genauso abgedeckt wie Modulabschluss-Klausuren. Auch die Experimente der einzelnen Praktikumstage können damit inhaltlich prima vorbereitet werden.

Das alles bietet »der Mortimer« seit über 40 Jahren:
- leicht verständliche Sprache
- konsequent farbige Abbildungen
- anschauliche Rechenbeispiele
- Übungsaufgaben mit Lösungen direkt im Buch (Das spart ein extra Übungsbuch!)
- ausführliche Lösungswege zu den Übungsaufgaben im Internet
- ausklappbares Periodensystem für den sicheren Überblick
- Mini-Periodensystem als Lernkarte
- umfangreiches Glossar mit Definitionen zu den wichtigsten Begriffen der Chemie
- Zusammenfassungen je Kapitel

Der Mortimer deckt den Inhalt des Moduls "Allgemeine und anorganische Chemie" für Nebenfachstudierende ab und vermittelt das Grundwissen der organischen Chemie (Kohlenwasserstoffe; funktionelle Gruppen). Darüber hinaus gibt er einen Einblick in einige spezielle Gebiete der organischen Chemie (Stereochemie, Polymerchemie, supramolekulare Chemie). Die Biochemie wird kurz vorgestellt (u.a. Kohlenhydrate, Fette, Hormone, Vitamine, Proteine, Nucleinsäuren, Enzyme), ebenso die Kernchemie.

Daneben gibt es ein Kapitel zum Umgang mit gefährlichen Stoffen und dem deutschen (und schweizerischen) Gefahrstoffrecht. Ein umfangreicher Anhang informiert über Normalpotenziale, Gleichgewichtskonstanten, Thermodynamische Daten, Bindungsenergien etc...

Das Mortimer-Versprechen:
Enthält das gesamte Basiswissen für Chemie-Studierende und alles Prüfungsrelevante für Chemie-Nebenfächler (Natur- und Ingeniuerswissenschaften).

Neuerscheinung

ZPO

Zivilprozessordnung

Walter H. Rechberger/Thomas Klicka (Hrsg.)

€ 398,00 · Verlag Österreich

Eine Klasse für sich - der Standardkommentar zur österreichischen Zivilprozessordnung

Die 5. Auflage dieses Kommentars informiert unvergleichlich zuverlässig und gewohnt prägnant über das aktuelle Zivilprozessrecht in Österreich. Zahlreiche Änderungen in Gesetzgebung und Rechtsprechung sind eingearbeitet, die neueste Literatur berücksichtigt.

Kommentiert werden wie gewohnt die JN, die ZPO, die dazu erlassenen Einführungsgesetze und das ZustG. Zusätzlich bietet die 5. Auflage mit den Texten der wichtigsten EU-Verordnungen (EuGVVO, EuZustellVO, EuBeweisaufnahmeVO, EuMahnVO, EuVollstreckungstitelVO und EuBagatellVO) besonders rasche Orientierung im Europäischen Zivilprozessrecht.
Seine Klasse beweist der Kommentar, wenn es um die Klärung täglicher Rechtsfragen und das Aufzeigen prozesstauglicher Lösungen geht.

Alles, was Juristinnen und Juristen in Wissenschaft und Praxis zum Zivilverfahrensrecht brauchen:

Insbesondere Richter, Rechtsanwälte, Rechtspfleger sowie Praktiker in Rechtsabteilungen von Unternehmen und Behörden finden seit über 20 Jahren rasch und zuverlässig die gesuchte Information in diesem Standardwerk. Besonders geschätzt wird die Systematik der durchgängigen Kommentierung mehrerer Paragraphen durch jeweils einen Autor.

Neuerscheinung

MedAT 2018/19

Das Lernskript für den BMS

Deniz Tafrali / Paul Yannick Windisch / Flora Hagen

€ 51,40 · Urban & Fischer in Elsevier

Ihr Schlüssel zum Medizinstudium

Sie wollen unbedingt Medizin studieren und bereiten sich gerade auf den Medizinaufnahmetest in Österreich – kurz MedAT – vor? Dann ist dieses Lernskript perfekt für Sie, denn es enthält alles, was Sie in den Fächern Biologie, Chemie (inkl. Biochemie), Physik und Mathematik wissen müssen.
Zusätzlich bekommen Sie einen exklusiven Zugang zur Lernskript.get-to-med.com -Online-Lernplattform*, auf der Sie Ihr Wissen testen und prüfen können.

Das bietet das Lernskript:

Die Inhalte orientieren sich am aktuellen Themenkatalog des MedAT. Keine Sorge, auch wenn Sie in dem einen oder anderen Fach kein Abitur oder keine Matura gemacht haben, mit diesem Skript können Sie sich optimal vorbereiten, denn wir erklären Ihnen jedes Fach so, dass Sie es verstehen.
Den gesamten im MedAT geforderten Stoff in leicht verständlicher Form mit vielen Tipps, Merksprüchen und Eselsbrücken.
Hilfreiche Abbildungen, die den Inhalt noch einmal prägnant veranschaulichen.
Lernpläne, die Ihnen die Zeiteinteilung und das Lernen erleichtern. Sie können zwischen einem 30-Tage- und 60-Tage-Lernplan wählen.

Das bietet die Lernskript.get-to-med.com -Online-Lernplattform*:

Über 1000 Fragen wie im MedAT zu jedem Stichwort des Themenkatalogs, komplette BMS-Prüfungssimulationen, Lernpläne für 30 oder 60 Tage
stets aktuelle Übersichten zu Prüfungsschwerpunkten und eine statistische Auswertung, die Ihnen zeigt, wo Ihre Stärken und Schwächen liegen.
*Online-Angebot freibleibend

Neuauflage (5. Auflage)

Umsatzsteuergesetz

Kommentar

Hans Georg Ruppe / Markus Achatz

€ 272,00 (Subpreis bis 31.03.2018, danach € 340,00) · Facultas

Was bringt die Neuauflage?

• Vollständige Überarbeitung mit Stand Mitte 2017
• Berücksichtigung der seit 2011 ergangenen 9 Novellen zum UStG, zuletzt BGBl I 106/2017
• Einarbeitung der Entwicklung auf europäischer Ebene, ua 180 neue Urteile des EuGH
• Neue Rechtsprechung des VwGH, VfGH, UFS und BFG
• Aktuelle Praxis der Finanzverwaltung (Wartungserlässe, USt-Protokolle)
• Schwerpunkte der Neubearbeitung: Ort der sonstigen Leistung, Normalwert (§ 4 Abs 9), Einschränkung der Option zur Steuerpflicht nach § 6 Abs 2, neuer ermäßigter Steuersatz von 13 %, Änderungen bei der Rechnungslegung, beim reverse-charge und bei elektronischen Dienstleistungen

Dieses Werk ist daher für Praktiker ohne Zweifel eines der wichtigsten Hilfsmittel um durch die komplizierte Steuerrechtsmaterie zu kommen. Eine Berufung auf Ruppe, UStG ist daher nicht umsonst immer eine gute Begründung“

(steuerzahler.at) „

Die Neuauflage dieses Kommentars ist aus keiner Bibliothek eines Praktikers und/oder wissenschaftlich Interessierten wegzudenken (beim "Ruppe/Achatz" handelt es sich um die Standardkommentierung des Umsatzsteuerrechts schlechthin).“

(Rechnungswesen für die Praxis (RWP))

Neuauflage (4., neu bearbeitete Auflage)

ABGB Taschenkommentar

mit EheG, EPG, KSchG, ASVG und EKHG

Michael Schwimann/Matthias Neumayr

€ 299 · LexisNexis

Der Taschenkommentar zum ABGB und zu wichtigen Nebengesetzen (EheG, EPG, EKHG, KSchG, ASVG) setzt in der vierten Auflage die bewährte praxisorientierte Schnellinformation fort, die die maßgeblichen Einzelheiten unter dem Gesichtspunkt Information vor Dokumentation vermittelt.
Der Kommentar besticht durch die schnelle Verfügbarkeit und die hohe Aktualität der gebotenen Information. Neben den Großkommentaren, die für die dogmatische Vertiefung unverzichtbar bleiben, benötigt der Gesetzesanwender ein flexibles Instrument, das ihn zeitsparend über die laufenden Gesetzesänderungen sowie die neueste Rechtsprechung auf dem Laufenden hält.
Im Vordergrund steht eine möglichst kurze und umfassende Information über die aktuelle Rechtslage durch verlässliche Wiedergabe des Meinungsstands in der Judikatur in besonders übersichtlicher Form.
Die 4. Auflage enthält ua die Novellen im Erbrecht (Erbrechtsänderungsgesetz), im Sachwalterrecht (2. Erwachsenenschutz-Gesetz) und weitere wichtige Aktualisierungen in Gesetzgebung und Judikatur. Auch das IRÄG 2017 ist am derzeitigen Stand berücksichtigt, die Online-Version bietet zusätzlich die Möglichkeit der Berücksichtigung von wichtigen Updates wichtiger Novellen zwischen den Auflagen.

Neuerscheinung

Facharztwissen Orthopädie Unfallchirurgie

Norbert Harrasser, Rüdiger von Eisenhart-Rothe, Peter Biberthaler (Hrsg.)

€ 123,35 · Springer

Viel Orthopädie und Unfallchirurgie auf wenig Raum!

Dieses Buch dient der effizienten Vorbereitung auf die Facharztprüfung oder als Nachschlagewerk in der täglichen Routine. Es ist so gestaltet, dass eine zeitsparende Informationsaufnahme möglich ist, ohne dabei auf die notwendige Tiefe zu verzichten. Im Mittelpunkt stehen detaillierte und differenzierte Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie. Algorithmen, schematische Übersichten und brillante Abbildungen veranschaulichen darüber hinaus die Inhalte.

Neuauflage (8. Auflage)

Familienrecht

Monika Hinteregger

€ 32,00 · Verlag Österreich

Mit den Neuerungen des 2. Erwachsenenschutz-Gesetzes 2017

Das bewährte Lehrbuch von Univ.-Prof. Dr. Monika Hinteregger ist nun in achter Auflage erschienen. Das 2. Erwachsenenschutz-Gesetz (2. ErwSchG), das im April 2017 vom Parlament verabschiedet wurde, hat einige Teile des Familienrechts auf völlig neue Grundlagen gestellt. Die umfangreichsten Änderungen betreffen das Erwachsenenschutzrecht. An die Stelle der Sachwalterschaft tritt ein innovatives und sehr flexibles System der Erwachsenenvertretung: Die gerichtliche Erwachsenenvertretung als Nachfolgeinstrument für die Sachwalterschaft, die gesetzliche Erwachsenenvertretung, mit der die Angehörigenvertretung neu aufgesetzt wird, die gewählte Erwachsenenvertretung und die aus dem bisherigen Recht übernommene, inhaltlich aber stark geänderte Vorsorgevollmacht. Außerdem können Personen, die dafür die nötige Entscheidungsfähigkeit haben, mit einer Erwachsenenvertreter-Verfügung festlegen, wer für sie als Erwachsenenvertreter tätig werden oder eben nicht tätig werden soll. Medizinische Behandlung und Wohnortänderung von nicht entscheidungsfähigen Erwachsenen werden klar geregelt. Das völlig neu gefasste 6. Hauptstück des ABGB trägt nun den Titel "Von der Vorsorgevollmacht und der Erwachsenenvertretung". Das Recht der Kuratel, das bislang ebenfalls im 6. Hauptstück geregelt war, wird im neuen 7. Hauptstück zusammengefasst und inhaltlich ausgebaut. Das AußStrG erhält einen eigenen Abschnitt über das "Erwachsenenschutzverfahren" und das "BG über Vereine zur Namhaftmachung von Sachwaltern, Patientenanwälten und Bewohnervertretern" wird zum "BG über Erwachsenenschutzvereine" und umfassend novelliert.
Das 2.ErwSchG bringt auch grundlegende Neuerungen im Ehe- und Kindschaftsrecht. Die "Einsichts- und Urteilsfähigkeit" wird durch die "Entscheidungsfähigkeit" ersetzt. Die Geschäftsfähigkeit, die Handlungsfähigkeit in Abstammungssachen, die Ehefähigkeit und Partnerschaftsfähigkeit werden neu geregelt. Adoptionsrecht und Vermögensverwaltung für Minderjährige werden punktuell geändert und das Scheidungsrecht etwas gestrafft.
Obwohl die meisten Änderungen des 2. ErwSchG erst am 1.7.2018 in Kraft treten, sind sie bereits in das Lehrbuch eingearbeitet, da für Studierende nur die neue Rechtslage von Interesse ist.
Auch sonst ist das Lehrbuch wieder auf den neuesten Stand gebracht. Die neuen Entwicklungen bei der Eingetragenen Partnerschaft (Namensrecht, Abschluss beim Standesamt etc.) sind ebenso berücksichtigt wie die umfangreiche neue Rechtsprechung und Literatur zum Ehe- und Kindschaftsrecht.

Neuerscheinung

Mittelpunkt Mensch

Lehrbuch der Ethik in der Medizin

Giovanni Maio

€ 30,90 · Schattauer

Eine Orientierungshilfe für ethische Entscheidungen in der Medizin.

In der komplett überarbeiteten 2. Auflage seines bekannten Lehrbuchs greift der renommierte Medizinethiker Giovanni Maio die vielfältigen Debatten der jüngste Zeit wie Sterbehilfe, Organspende und Reproduktionsmedizin auf und beleuchtet sie in systematischer Weise. Die erste Auflage wurde um 12 neue Kapitel erweitert.

• Fundierte und differenzierte Übersicht ethischer Grundlagen und praktische Entscheidungshilfe in einem
• Praxisnahe Aufbereitung durch 44 Patientengeschichten
• Systematische Aufbereitung aller relevanten Themen der Medizinethik, geeignet sowohl für Studierende als auch für erfahren Ärzte und nicht-ärztliche Heilberufe

Empfehlungen

Belletristik

Neuerscheinung

Blutblume

Widerstandstrilogie, Band 1

Louise Boije af Gennäs

€ 18,50 · Europa Verlag

Die Suspense-Sensation aus Schweden in drei Bänden

Als Saras Vater bei einem rätselhaften Brand zu Tode kommt, zieht sie von der schwedischen Kleinstadt Örebro nach Stockholm. Dort läuft zunächst alles glatt für die 25-Jährige: Aus ihrem Job als Kellnerin wird eine Anstellung bei einer angesehenen PR-Agentur, und von der schäbigen Vorortwohnung geht es in ein luxuriöses Apartment im Nobelstadtteil Östermalm. Sara ist glücklich, dass sich in ihrem Leben endlich alles zum Guten gewendet hat.

Doch schon bald muss Sara erkennen, dass nichts so ist, wie es scheint. Beängstigende Dinge geschehen, für die sie keine Erklärung findet. Immer größer wird ihr Misstrauen gegenüber ihrem Umfeld, bis sie schließlich an ihrem eigenen Verstand zu zweifeln beginnt. Bildet sie sich all diese seltsamen Ereignisse nur ein? Oder kann sie tatsächlich niemandem mehr trauen?

Packend und erschreckend realistisch erzählt, stellt Louise Boije af Gennäs den Kampf einer jungen Frau gegen anonyme Kräfte ins Zentrum ihrer Widerstandstrilogie. In drei Bänden mischt sich das psychologische Verwirrspiel von Girl on the train mit den verschwörungstheoretischen Ansätzen der Millennium-Trilogie und macht Louise Boije af Gennäs’ Werk zu einer einzigartigen Suspense-Reihe, die man erst dann aus der Hand legen kann, wenn Sara erfahren hat, was wirklich hinter all den seltsamen Ereignissen steckt.

»Louise Boije af Gennäs hat das seltene Talent, Figuren zu erschaffen, die aus den Seiten heraussteigen und zu echten Menschen werden.«
Arbeterbladet

"Louise Boije af Gennäs‘ „Blutblume" beschäftigt sich mit den ganz finsteren Machenschaften der schwedischen Eliten und wartet mit einer starken, aber trotzdem nahbaren Protagonistin auf. Die Widerstands-Trilogie startet äußerst vielversprechend."
Wissenstagebuch, 26.09.2019“

Neuerscheinung

Hillarys Blut

Claudia Rossbacher

€ 14,00 · Gmeiner

Tödliche Karibik

Was geschieht, wenn auf einer kleinen Karibikinsel zu wenig Menschen sterben? Zu wenig Menschen, die ihren Leichnam der Medizin zur Verfügung stellen? Was, wenn deshalb Prämien für Körperspenden ausgesetzt werden? 3.000 US-Dollar für jede Leiche, die den Studenten die faszinierende Welt der Anatomie eröffnet. Als die deutsche Touristin Sonja Podolski in Antigua landet, ahnt sie noch nichts von den mörderischen Intrigen der Schönen und Reichen, die schließlich auch sie in Lebensgefahr bringen ...

Neuerscheinung

Der Store

Rob Hart

€ 22,70 · Heyne

Du bekommst alles im Store. Aber es hat seinen Preis.

Der Store liefert alles. Überallhin. Der Store ist Familie. Der Store schafft Arbeit und weiß, was wir zum Leben brauchen. Aber alles hat seinen Preis.

Paxton und Zinnia lernen sich bei Cloud kennen, dem weltgrößten Onlinestore. Paxton hat dort eine Anstellung als Security-Mann gefunden, nachdem sein Unternehmen ausgerechnet von Cloud zerstört wurde. Zinnia arbeitet in den Lagerhallen und sammelt Waren für den Versand ein. Das Leben im Cloud-System ist perfekt geregelt, aber unter der Oberfläche brodelt es. Die beiden kommen sich näher, obwohl sie ganz unterschiedliche Ziele verfolgen. Bis eine schreckliche Entdeckung alles ändert.

»… ein Buch, das einiges an Aufmerksamkeit erregen wird.«
MDR Kultur, "Unter Büchern" (02. September 2019)“

Gibson

Tja, ich werde bald sterben!
Viele Leute schaffen es ans Ende ihres Lebens, ohne zu wissen, dass sie es erreicht haben. Eines Tages geht einfach das Licht aus. Ich hingegen habe einen Termin.
Da ich keine Zeit habe, ein Buch über mein Leben zu schreiben, wie es mir alle nahelegen, muss das hier ausreichen. Ein Blog, ist doch ziemlich passend, oder nicht?
In letzter Zeit schlafe ich nicht viel, daher habe ich jetzt etwas, womit ich mich nachts beschäftigen kann.
Ohnehin ist Schlaf etwas für Leute, denen es an Ambitionen mangelt.
Immerhin wird es also eine Art schriftliche Aufzeichnung geben. Ich will. dass ihr es von mit hört anstatt von jemand, der damit Geld verdienen will und irgendwelche fundierten Vermutungen anstellt. Aus der Perspektive meiner Branche kann ich euch sagen: Vermutungen sind nur selten fundiert.
Ich hoffe, es ist eine gute Geschichte, weil ich den Eindruck habe, dass ich ein ziemlich gutes Leben gelebt habe.
Vielleicht denkt ihr jetzt: Mr. Wells, Sie besitzen 304,9 Milliarden Dollar, womit Sie der reichste Mensch in Amerika sind und die viertreichste Person auf Gottes schöner Erde, also haben Sie natürlich ein gutes Leben gehabt.
Aber, Freunde, das ist nicht der springende Punkt.
Wichtiger noch, das eine hat nichts mit dem anderen zu tun.
Das hier ist die echte Wahrheit: Ich habe die schönste Frau der Welt kennengelernt und sie überzeugt, mich zu heiraten, bevor ich einen einzigen Penny in der Tasche hatte. Gemeinsam hatten haben wir ein kleines Mädchen aufgezogen, das vom Glück verwöhnt war, das stimmt, aber gelernt hat, den Wert eines Dollars zu schätzen. Sie sagt bitte und danke und meint es auch so.
Ich habe die Sonne auf- und untergehen sehen. Ich habe Teile der Welt gesehen, von denen mein Papa nicht mal gehört hatte. Ich bin mit drei Präsidenten zusammengetroffen und habe allen respektvoll erklärt, wie sie ihren Job besser machen könnten -und sie haben zugehört. Ich habe auf der Bowlingbahn meines Wohnorts ein perfektes Spiel gemacht, und mein Name steht dort bis heute an der Wand.
Zwischendrin gab es ein paar harte Zeiten, aber wenn ich hier so sitze, während meine Hunde zu meinen Füßen ruhen, meine Frau Molly im Nebenzimmer schläft und Claire, mein kleines Mädchen, eine geschützte, sichere Zukunft hat - da fällt es mir leicht zu denken, dass ich mit dem, was ich geleistet habe, zufrieden sein kann.
Mit großer Demut sage ich, dass Cloud eine Leistung ist, auf die ich stolz sein darf. Es ist etwas, was den meisten Menschen nicht gelingt. Die großen Freiheiten, die es in meiner Kindheit noch gab, haben sich schon vor so langer Zeit in Luft aufgelöst, dass man sich kaum daran erinnern kann. Früher war es nicht allzu schwer, seinen Lebensunterhalt zu verdienen und ein Häuschen zu bauen. Nach einer Weile wurde das zu einem Luxus und schließlich zu einem reinen Wunschgedanken. Während Cloud wuchs, erkannte ich, dass das Unternehmen mehr sein konnte als ein Kaufladen. Es konnte eine Lösung sein. Es konnte diesem großen Land zur Wohltat gedeihen.
Die Leute an die Bedeutung des Wortes Wohlstand erinnern.
Und das hat es getan.
Wir haben den Leuten Arbeit gegeben. Wir haben den Leuten Zugang zu erschwinglichen Gütern und medizinischer Versorgung verschafft. Wir haben Milliarden Dollar an Steueraufkommen erwirtschaftet. Wir waren führend bei der Verringerung des CO2-Ausstoßes, indem wir Normen und Technologien entwickelt haben, die unseren Planeten retten werden.
Getan haben wir das, indem wir uns auf das Einzige konzentriert haben, worauf es in unserem Leben ankommt: die Familie.
Ich habe meine Familie zu Hause und meine Familie bei der Arbeit. Zwei unterschiedliche Familien, die ich beide von ganzem Herzen liebe und voll Trauer zurücklassen werden.
Der Arzt sagt mir, dass mir noch ein Jahr bleibt, und da er ein ziemlich guter Arzt ist, vertraue ich dem, was er sagt. Außerdem weiß ich, dass mein Zustand ziemlich bald bekannt werden wird, weshalb ich ihn euch genauso gut selbst verkünden kann.
Pankreaskarzinom Stufe 4. Das bedeutet, dass der Krebs sich bereits in anderen Teilen meines Körpers ausgebreitet hat. Vor allem in der Wirbelsäule, der Lunge und der Leber. Eine fünfte Stufe gibt es nicht.
Mit der Bauchspeicheldrüse, medizinisch Pankreas, verhält es sich so: Sie ist hinten im Bauch versteckt. Wenn man feststellt, dass damit etwas nicht in Ordnung ist, ist es in vielen Fällen so wie bei einem Brand auf einem trockenen Feld. Zu spät, als dass man was dagegen tun könnte.
Als der Arzt mit der Diagnose herausgerückt ist, hat er einen ernsten Ton angeschlagen und mir die Hand auf den Arm gelegt. Jetzt kommt es, dachte ich. Zeit für schlechte Nachrichten. Daraufhin sagte er mir, was Sache ist, und meine erste Frage, ehrlich und wahrhaftig, lautet: "Was zum Teufel macht eine Bauchspeicheldrüse überhaupt?"
ER hat gelacht, und ich habe mit eingestimmt, was die Stimmung ein bisschen aufgelockert hat. Das war gut, denn anschließend wurde es weniger lustig. Falls ihr dieselbe Frage hattet: Die Bauchspeicheldrüse trägt dazu bei, die Nahrung zu verdauen und den Blutzucker zu regulieren. Inzwischen weiß ich darüber ganzt gut Bescheid.
Mir bleibt noch ein Jahr. Deshalb gehen meine Frau und ich morgens früh auf große Fahrt. Ich werde so viele MotherClouds in den Vereinigten Staaten besuchen wie irgend möglich.
Ich will mich bedanken. Ich kann zwar unmöglich jeder Person, die in einer MotherCloud arbeitet, die Hand schütteln, aber bemühen werde ich mich, verdammt noch mal. Das kommt mir wesentlich angenehmer vor, als zu Hause zu sitzen und auf den Tod zu warten.
Genau wie immer werde ich mit meinem Bus reisen. Fliegen ist bloß war für Vögel. Und habt ihr gesehen, wie viel ein Flug heutzutage kostet?
Das Ganze wird eine Weile dauern, und während die Reise ihren Lauf nimmt, werde ich wahrscheinlich ein bisschen müder werden. Vielleicht sogar ein bisschen deprimiert. Trotz meiner sonnigen Wesensart ist es nämlich schwer, zu erfahren, dass man bald sterben wird, und dann einfach weiterzumachen. Aber ich habe in meinem Leben viel Liebe und Wohlwollen erfahren, weshalb ich tun muss, was ich kann. Sonst würde ich im kommenden Jahr bloß jeden Tag herumhocken und Trübsal blasen, was aber nicht infrage kommt. Da würde Molly mir eher ein Kissen aufs Gesicht pressen, damit es vorüber ist!
Seit ich es erfahren habe, ist etwa eine Woche vergangen, aber indem ich darüber schreibe, wird es wesentlich realer. Jetzt kann ich es nicht mehr zurücknehmen.
Nun aber Schluss damit. Ich werde mal die Hunde ausführen. Brauche selbst etwas frische Luft. Falls ihr meinen Bus vorüberfahren seht, winkt ihm doch zu. Wenn jemand das tut, fühle ich mich immer ziemlich gut.
Danke fürs Lesen; ich melde mich bald wieder.

Neuerscheinung

Solenoid

Mircea Cartarescu

€ 37,10 · Zsolnay

Genial, verrückt, groß:

Mit seinem monumentalen Roman um die Phantasiemaschine Solenoid schreibt sich Mircea Cartarescu endgültig in die Reihe der bedeutendsten Schriftsteller der Gegenwart ein.

„Ein Roman wie in Trance, autobiografisch grundiert, zwischen Gewalt und Traum, Ekel und Poesie, Wahrnehmung und Illusion.“
Cornelia Zetzsche, NDR Kultur, 07.10.19


„Auf verschiedenen Ebenen und in immer neuen Anläufen geht es in Solenoid um die Überwindung der Grenzen menschlicher Existenz, um die Erweiterung des Bewusstseins, um die Wahrnehmung einer höheren Dimension.“
Richard Kämmerlings, Die Welt, 21.09.19“

Ich dachte an Träume, an Besucher, an diesen ganzen Wahnsinn, aber jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt. Vorerst muss ich zurückkehren zur Schule, in der ich, sieh an, schon seit mehr als drei Jahren arbeite.
»Ich werde nicht mein ganzes Leben Lehrer sein«, sagte ich mir, daran erinnere ich mich, als wäre es eben gestern gewesen, als ich spät an einem Sommerabend, rosa Wolken standen am Himmel, mit der Straßenbahn von dort, dem hintersten Colentina, wo ich hingefahren war, mir zum ersten Mal meine Schule anzuschauen, nach Hause fuhr. Aber sieh, es ist kein Wunder geschehen, und alles deutet darauf hin, dass es genau so weitergeht. Schließlich war es bis jetzt gar nicht so schlimm.
An dem Nachmittag, als ich, unmittelbar nach der regierungsamtlichen Zuteilung, dort hinfuhr, um meine Schule zu sehen, war ich vierundzwanzig Jahre alt und wog etwa das Doppelte dieser Zahl an Kilos.
Ich war unglaublich, unfassbar ausgehungert. Der Schnurrbart und die langen Haare, zu jener Zeit noch mit einem rötlichen Schimmer, vermochten es lediglich, meine Gestalt noch stärker zu infantilisieren, so
dass ich, wenn ich mich unverhofft in einer Schaufensterscheibe oder in den Straßenbahnfenstern erblickte, einen Gymnasiasten zu sehen meinte.
Es war ein Sommernachmittag, die Stadt war bis oben hin angefüllt mit Licht, wie ein Glas, in dem sich das Wasser bogenförmig über den Rand wölbt. Ich hatte in Tunari vor der Generaldirektion der Miliz die Straßenbahn genommen, bin am Wohnblock meiner Eltern in der Ştefan cel Mare vorbeigefahren, wo auch ich gewohnt hatte, schaute wie üblich auf die unendliche Fassade, um das Fenster meines Zimmers zu sehen, das zum Schutz vor der Sonne von innen mit blauem Papier verklebt war, und fuhr danach am Maschendrahtzaun des Colentina Spitals entlang. Die Pavillons der Patienten standen in dem großen Innenhof aufgereiht wie Schlachtschiffe aus Mauerwerk. Jeder hatte eine andere Form, als hätten die unterschiedlichen Krankheiten ihrer Bewohner die bizarre Architektur dieser Bauten bestimmt. Oder aber der Architekt jedes einzelnen dieser Pavillons war unter den Menschen, die an einer bestimmten Krankheit litten, ausgesucht worden und hatte das Gebäude so konzipiert, dass es dieses Leiden symbolisch repräsentierte. Ich kannte sie alle, mindestens zwei davon hatten auch mich schon beherbergt. Übrigens erkannte ich eben schaudernd in der rechten hinteren Ecke des Innenhofs das rosa Gebäude mit den papierdünnen Wänden, den Pavillon der Neurologie-Patienten. Hier hatte ich vor acht Jahren wegen einer partiellen Gesichtslähmung, die mir auch heute hin und wieder noch zu schaffen macht, einen ganzen Monat verbracht. Oftmals irre ich nächtens im Traum zwischen den Pavillons des Colentina-Spitals umher und betrete unbekannte, feindlich wirkende Gebäude, deren Wände bedeckt sind von anatomischen Schautafeln …

Neuerscheinung

Die Märchen

Bilder von Nikolaus Heidelbach

Michael Köhlmeier

€ 59,70 · Hanser

Michael Köhlmeier schreibt die Märchen unserer Zeit:

Keine Nacherzählung bekannter Stoffe, sondern verstörende, faszinierende, unheimliche Geschichten. Und hinter den Wölfen, ungleichen Geschwistern, sprechenden Tieren und schweigenden Menschen, selbst hinter dem Mond erklingt die alte, ewige Frage: Was ist aus den ersten Menschen geworden, aus Adam und Eva, nach der Vertreibung aus dem Paradies? Sie sind nicht gestorben, und deshalb leben sie heute noch, das verrät Michael Köhlmeiers unvergleichliches Hausbuch.

„Alle Charaktere … sind humorvoll und spielerisch erzählt, und zeigen im modernen Gewand, die Hässlichkeit und Grausamkeit der Welt. Entblößen menschliche Schwächen und stellen alles in Frage. Eine Einladung zum Gruseln und Genießen. Und manchmal darf sich der Leser das Ende auch selbst ausmalen.“
(Barbara Geschwinde, WDR 5, 21.09.19)“

Trotzkopf und Dickbauch

Es lebte einst ein Geschwisterpaar am Ufer der Donau, keine Fahrradstunde von der Mündung des Inn entfernt. Der Bub war ein fürchterlich Hässlicher, der obendrein einen Lacher hatte, bei dem es einen schüttelte, nicht zum Hinhören. Das Mädchen hingegen, was soll ich sagen, war schön, als wär sie aus der Sonne herausgebrochen worden, umweht von einem Duft, der
höchstpersönlich von der Natur zusammengemixt und jeden Morgen auf die Haut gehaucht wurde. Und wenn sie lachte, konnte man ein leises Rucken in
den Baumwipfeln sehen. Warum? Weil die Blätter sich anschauen wollten, woher diese kristallklare Musik kommt. Kurz: ein Schmaus, dieses Kind.
War der Bruder neidisch? Keine Spur. Und trotzdem sagten alle, nämlich die Leute: »Der ist neidisch.« Und alle, nämlich die Leute, sagten: »Kein Wunder, dass er neidisch ist. Wer wär an seiner Stelle nicht neidisch.« Und zu ihm sagten sie: »He, sei doch nicht so neidisch, du! Nur weil du hässlich bist wie der Inbegriff und einen Lacher hast, dass einem fast das Kotzen kommt, musst du ja nicht gleich so furchtbar neidisch auf dein hübsches Schwesterchen sein.«
Und er, der Bub, antwortete: »Ich bin doch gar nicht neidisch. Nicht die Spur!«
Und die Leute: »Jetzt tu nicht so! Gib es zu!«
Und er: »Nein, ich bin nicht neidisch!«
»Gib es zu!«
»Nein!«
»Gib es zu!!«
»Nein!!«
Da nannten sie ihn den Trotzkopf. Zu allem dazu.
Und die Schwester? Was sagten die Leute über die Schwester? Das sagten sie: »Überheblich ist sie.« Aber sie war nicht überheblich. Nicht die Spur. Die Leute sagten: »Kein Wunder, dass sie überheblich ist. Wer an ihrer Stelle wäre nicht überheblich. Und zu ihr sagten sie: »He, sei doch nicht so überheblich! Nur weil du eine Schönheit bist und gut riechst und lachen kannst, dass sogar einer Leberwurst das Herz aufgeht, brauchst du noch lange nicht überheblich zu sein und auf deinen Bruder herabzublicken.«
Sie sagte: »Das tu ich doch gar nicht.«
Und die Leute: »Doch tust du es! Gib es zu!«
Und sie: »Nein!«
»Gib es zu!«
»Nein!«
»Gib es zu!!«
»Nein!!«
Da sagten die Leute: »Wart nur ab, du, bis du alt wirst. Die Schönsten werden die Hässlichsten. Jetzt bist du schlank, aber wart nur, du wirst dick werden wie eine angesoffene Krott.« Und vorausschauend nannten sie die Schwester Dickbauch.
Da waren also Trotzkopf und Dickbauch, und sie liebten einander und waren immer Freunde, und das, obwohl sie Geschwister waren. Mit den Leuten aber hatten sie abgeschlossen. Auf die hielten sie nichts mehr. Die Leute hassten alles, was nicht mittelmäßig war, ob nicht mittelmäßig hässlich oder nicht mittelmäßig schön. Als Mutter und Vater unter die Erde gebracht waren, lebten Trotzkopf und Dickbauch allein in dem Haus, und das Haus stand nahe am Wasser, so nahe, dass sie am Morgen nur den Krug aus dem Fenster strecken mussten, um Wasser für den Kaffee zu schöpfen. Und merkwürdig war auch, dass neben ihrem Haus das sauberste Wasser war, und nur dort.
Und dann noch: Oftmals blieb sonst noch etwas an der Hand hängen. Zum Beispiel ein Sack mit Gemüse, der von einem Donauschiff gefallen war, der schwamm so dahin und blieb zufällig an der Hand vom Trotzkopf hängen, als der grad Wasser schöpfen wollte, gutes Gemüse, viel Gemüse. Ein andermal blieb eine Kiste mit feinsten Backwaren an der Hand vom Dickbauch hängen. Oder ein Käserad, wer weiß, woher, tauchte just neben dem Haus aus den Wogen, guter Käse, viel Käse. Von den Schinken und Speckseiten gar nicht zu reden! Ein anderes Mal war es eine Schatulle mit Schmuck, und der Schmuck stand Dickbauch sehr gut, und sie war noch schöner. Oder feine Kleider. Oder interessante Lektüre. Die Donau brachte es. Die Donau sorgte. Wenn man das so erzählt, ich weiß schon, will das einem keiner glauben, aber es war so,
genau so. Die beiden brauchten ihr Häuschen gar nicht zu verlassen, um sich Nahrung zu beschaffen und alles andere, das tat ganz von allein die Donau.
Die Donau brachte es. Die Donau sorgte. Es war so, genau so, da könnt ihr die Stirn runzeln, bis euch die Falten das Hirn quetschen: Die liebe Donau hatte einen Narren an den beiden gefressen. Es ist nämlich eine Wahrheit: Naturerscheinungen wie Flüsse oder Baumwipfel lieben alles, was nicht mittelmäßig ist, auch das Wetter liebt das nicht Mittelmäßige. Ganz im Gegensatz zu den Leuten.
Die Natur sorgte sich also um Trotzkopf und Dickbauch. Alles bekamen die beiden von der Natur. Und von der Donau, die genau genommen ja auch Natur ist, und vom Wetter, von den Sternen und den Tieren. Zu essen bekamen sie, zu trinken, Bündel von Banknoten schwammen ihnen ins Haus. Auch Dinge, die eigentlich den Nachbarn, den Leuten, gehörten, schwammen auf einmal daher, und niemand hatte eine Ahnung, wie die ins Wasser gekommen waren.
Den Leuten war das nicht wurscht, das könnt ihr mir glauben. Sie legten sich auf die Lauer. Ob sich da nicht irgendetwas zeigt, was man anzeigen könnte.
Eines Tages bekamen Trotzkopf und Dickbauch ein Kind, und das, obwohl sie Bruder und Schwester waren. Der Donau und der übrigen Natur war das völlig wurscht. Und dann bekamen sie ein zweites Kind. Das eine Kind, ein Bub, war schön wie die Mama, das andere, ein Mädchen, war hässlich wie der Papa, unmittelmäßig schön, unmittelmäßig hässlich. Da stand dann die Gendarmerie vor der Tür.
»Abgesehen von der Sünde gegen Gott«, sagte die Gendarmerie, »ist es auch ein Vergehen gegen uns.«
Man hat ihnen die Kinder weggenommen, und Trotzkopf wurde in die eine Zelle gesperrt und Dickbauch in die andere. Das Gericht kam überein, sie seien zum Tode zu verurteilen, zum Tode durch Verbrennen, damit der Rest, der übrig bleibt, sauber und rein sei, weil so etwas Grausiges und Sündiges habe es in dieser Gegend noch nie gegeben.
Also hat man die beiden verbrannt. Was aber sollte man mit der Asche tun? Auf die Felder streuen? Nein, ja nicht! Könnte ja sein, dass noch etwas dranhängt von dem nicht Mittelmäßigen, das dann die Ernte versaut. Also hat man die Asche in die Donau gefegt. Und die Donau hat die Asche aufgenommen. Liebevoll, sage ich euch, liebevoll.
»Macht nichts«, sagte die Donau, »jetzt seid ihr bei mir, jetzt denken wir uns etwas aus gegen die.«
Ein Sturm kam auf, so dass sich die Baumwipfel niederbeugten und das Wasser der Donau berührten, der Regen prasselte nieder und schwemmte das Ackerland fort, der Blitz schlug ein in alles, was höher war als ein ausgestreckter Zeigefinger an der ausgestreckten Hand am ausgestreckten Arm. Kurz, alle Natur kam zusammen, und das ist wie die Hölle für alle, die nur das Mittelmäßige gelten lassen. Zum Beispiel Hochwasser. Wer bei der Donau wohnt, der weiß, wovon ich spreche. Das Hochwasser riss die Häuser weg, ließ nichts von den gepflegten Gärten übrig, Parkplätze wurden abgeräumt, als würden sie mit einer riesigen Spachtel blank geschabt. Sogar in die Kirche hinein fand das Wasser, bis zum Altar schoben sich die Wellen.
Nur ein Haus blieb heil und trocken. Ausgerechnet jenes Haus, das am nächsten am Wasser stand. Nämlich das Haus von Trotzkopf und Dickbauch. Das war ein Wunder. Aber bei Gott, ein schwarzes Wunder war das! Aber ein Wunder war es. Und vor einem Wunder geht den Leuten die Muffe, egal, ob das Wunder schwarz oder weiß ist. Das bedeutete: An das Haus traute sich niemand heran. Das blieb.
Das blieb, bis eines Tages die Kinder von Trotzkopf und Dickbauch kamen, der schöne Bub und das hässliche Mädchen, und in das Haus einzogen. Da wurden die Leute dann doch neugierig, und die Neugier hat ja etwas Mutiges an sich, und so trauten sie sich heran an das Haus. Über das Mädchen sagten sie: »Es ist neidisch, weil es so hässlich ist. Wer wär da nicht neidisch bei einem so schönen Bruder.«
Und einer sagte es dem Mädchen dann ins Gesicht hinein: »Sei doch nicht so neidisch auf deinen schönen Bruder!«
Und das Mädchen sagte: »Ich bin ja gar nicht neidisch!«
»Gib es zu!«
»Nein!«
»Gib es zu!!«
»Nein!!«
Da sagten die Leute: »Die ist ein Trotzkopf!«
Über den Bub, den schönen, sagten sie: »Der ist hoffärtig, weil er wie vom Engel gemalt aussieht.« Und zu ihm sagten sie: »Sei doch nicht so hoffärtig!
Hoffart wird büßen, weißt du das nicht?«
»Bin ich aber nicht«, sagte der Bub.
»Gib es zu!!«
»Nein!!«
Da sagten die Leute: »Aus dir wird ein besonders Hässlicher werden.« Und sie nannten ihn Stinkmann. Und das, obwohl er duftete, als hätten sich Rose, Jasmin und Flieder zusammengetan.
So lebten also Trotzkopf und Stinkmann zusammen in dem kleinen Haus direkt an der Donau, und die Leute …

Neuerscheinung

Die Ermordung des Commendatore II

Eine Metapher wandelt sich

Haruki Murakami

€ 26,80 · Dumont

Lesen Sie in 'Die Ermordung des Commendatore Band 2: Eine Metapher wandelt sich' wie die Geschichte des jungen Malers weitergeht.

Menshiki gibt ein zweites Bild in Auftrag: Der junge Maler soll die 13-jährige Marie porträtieren. Das Mädchen, so glaubt Menshiki, könnte seine Tochter sein. Während der Sitzungen entwickelt sich allmählich ein vertrautes Verhältnis zwischen dem Ich-Erzähler und seinem Modell. Marie ist eine aufmerksame Beobachterin, und so hat sie vieles, was sich rund um das Haus des Malers abspielt, bemerkt. Eines Tages ist Marie verschwunden. Der Ich-Erzähler ist überzeugt davon, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen ihrem Verschwinden und dem Gemälde 'Die Ermordung des Commendatore'. Darüber könnte ihm allerdings nur der alte, demente Maler des Bildes Aufschluss geben. Wozu ist ein Mensch fähig, von dem er nichts ahnt und das er weit von sich weisen würde? Diese Frage stellt sich der junge Maler, als er erfährt, was er tun muss, um Marie zu finden. Wäre er bereit, einen Menschen zu töten?

Wer den fantastischen Haruki Murakami mag, mit seinem Händchen für alle surrealen und magischen Momente, mit seiner Verwandtschaft zu David Lynch, Franz Kafka oder E.T.A. Hoffmann, hat an diesem neuen Roman wieder richtig Freude, er ist in Bestform.“

( Katrin Schumacher, MDR KULTUR-Literaturredakteurin)

Neuerscheinung

So enden wir

Daniel Galera

€ 22,70 · Suhrkamp

Was gibt dem Leben Halt, wenn das Wünschen nicht mehr hilft?

Daniel Galera hat einen virtuos agilen, unerschrockenen Generationen- und Gegenwartsroman geschrieben.

Sie waren unsterblich – damals, Ende der Neunziger, wütend und voller Aufbruch, drei Jungs und eine Frau, Protagonisten der neuen Gegenkultur aus späten Punks, krassen Künstlern und digitalen Bohemiens. Allen voran Duke, riesiges Schriftstellertalent, genialisch, unnahbar. Jetzt ist Duke tot, zufälliges Opfer eines Raubüberfalls, es ist das Jahr 2014 und Porto Alegre wie paralysiert von der sengenden Hitze und dem Streik.

Am Grab ihres alten Mitstreiters kommen Aurora, Antero und Emiliano zusammen, nach einer gefühlten Ewigkeit wie Fremde. Unweigerlicher Blick zurück: Wie war das früher, und was ist aus ihnen geworden, aus den Idealen, Lebensplänen, Hoffnungen? Und: Wer war dieser Duke wirklich? War er ihr Freund? Oder hat er sie nicht doch bloß für seine Zwecke benutzt? Die immer skurrilere Suche nach einer Antwort führt die drei zu einer Hinterlassenschaft, die so berührend wie erschütternd ist.

Dieser plötzliche Drang, die Zerstörung der Welt voranzutreiben, hatte mit dem Gestank von Menschenscheiße auf den Gehwegen zu tun, mit den Dämpfen, die von den Müllcontainern aufstiegen, dem Streik der Busfahrer und der allgemeinen Verzweiflung über die Hitzewelle, die Porto Alegre gegen Ende jenes Januars überrollte, aber wenn es ein Vorher und Nachher gab, einen Bruch zwischen dem Leben, das ich bisher geführt hatte, und dem, das mich anscheinend erwartete, dann war es die Nachricht, dass Andrei am Abend zuvor bei einem bewaffneten Raubüberfall ums Leben gekommen war, in der Nähe des Universitätskrankenhauses, nur wenige Straßen von meinem jetzigen Standort entfernt. Als ich auf Twitter davon erfuhr, blieb ich derart abrupt stehen,
dass mein verschwitzter rechter Fuß in der Sandale verrutschte und der Knöchel umknickte, sodass ich auf den heißen Bürgersteig knallte und dabei idiotischerweise den linken Arm hochhielt, um mein Handy zu schützen.
Ein paar Meter weiter wühlte eine Obdachlose in einem Müllcontainer, über den Rand gebeugt wie ein Strauß mit dem Kopf im Sand, während ihre schwarzen
Beine und nackten Füße aus einem rosa Faltenkleid ragten. Als sie mein Stöhnen hörte, schlüpfte sie aus der Öffnung heraus, schloss den Deckel und kam auf mich zu. Ich hatte mich inzwischen hingekniet und fummelte an meiner Sandale herum. Sie fragte, ob alles in Ordnung sei, und bot mir ihre Hilfe an, und erst da merkte ich, dass sie ein Transvestit war und feine Löckchen auf den muskulösen Armen und Beinen hatte. Ich antwortete, es ginge mir gut, danke, ich müsste mich nur kurz ausruhen. Interessiert sah sie zu, wie ich mich auf die Eingangsstufe vor dem nächstgelegenen Haus setzte. Sie machte ein bisschen den Eindruck, als würde sie mich gern abstützen, hielt sich aber höflich zurück. Eine dicke ölige Schicht bedeckte ihr hübsches Gesicht wie eine Glasur, und das Lächeln mit den geraden weißen Zähnen passte viel weniger zu ihr als das Kleid, das ganz natürlich an ihr wirkte. Ich versicherte ihr noch mal, dass es mir gutginge, dann verschwand sie mit leicht verschränkten Beinen wie ein Mädchen im Bikini, das vor den Freunden ihres Freundes in den Pool steigt.
Ich bewegte meinen Knöchel hin und her, um sicherzugehen, dass keine Sehne gerissen war. Ich hatte Angst, auf mein Handy zu sehen, weil sich dann nämlich bestätigen würde, dass vor wenigen Stunden ganz in der Nähe Andrei von einem Straßenräuber erschossen worden war, mit sechsunddreißig Jahren, wie ich kurz ausrechnete, drei Jahre älter als ich.

»Ein radikal zeitgenössiches Buch, meisterhaft erzählt.«“

(Folha de S. Paulo) „

»Es ist unmöglich, sich nicht mit diesem Buch zu identifizieren.«“

(O Globo) „

»Galera zieht seine Leser in die Tiefen der menschlichen Seele – ein Jonathan Franzen Brasiliens.«“

(Le Monde)

Neuerscheinung

Die Geschichte des verlorenen Kindes

Elena Ferrante

€ 25,70 · Suhrkamp

Das große Finale.

Band 4 der Neapolitanischen Saga (Reife und Alter): Elena ist schließlich doch nach Neapel zurückgekehrt, aus Liebe. Die beste Entscheidung ihres ganzen Lebens, glaubt sie, doch als sich ihr nach und nach die ganze Wahrheit über den geliebten Mann offenbart, fällt sie ins Bodenlose. Lila, die ihren Schicksalsort nie verlassen hat, ist eine erfolgreiche Unternehmerin geworden, aber dieser Erfolg kommt sie teuer zu stehen. Denn sie gerät zusehends in die grausame, chauvinistische Welt des verbrecherischen Neapels, eine Welt, die sie Zeit ihres Lebens verabscheut und bekämpft hat.

Von den Tagen in Montpellier weiß ich noch alles, nur nicht, wie die Stadt aussah, es ist, als wäre ich nie dort gewesen. Außerhalb des Hotels, außerhalb des gewaltigen Audimax, in dem die wissenschaftliche Tagung stattfand, an der Nino teilnahm, sehe ich heute nur noch einen windigen Herbst und einen hellblauen, auf weißen Wolken liegenden Himmel. Trotzdem ist mir der Name Montpellier aus vielen Gründen wie ein Signal der Flucht im Gedächtnis geblieben. Ich war schon einmal im Ausland gewesen, mit Franco in Paris, und meine eigene Kühnheit hatte mich elektrisiert. Doch damals war es mir so vorgekommen, als wären der Rione und Neapel für immer meine Welt und würden es auch immer bleiben, während alles andere wie ein kurzer Ausflug war, eine Ausnahmesituation, in der ich mich fühlen konnte, wie ich in Wahrheit nie sein würde. Dagegen war mir in Montpellier, obwohl es bei weitem nicht so aufregend wie Paris war, als wären alle meine Dämme gebrochen und als würde ich über die Ufer treten. Schon allein die Tatsache, dass ich mich in dieser Stadt befand, war in meinen Augen der Beweis dafür, dass der Rione, Neapel, Pisa, Florenz, Mailand, ja ganz Italien nur winzige Splitter der Welt waren und dass ich gut daran tat, mich nicht mehr mit diesen Splittern zu begnügen. In Montpellier wurde mir die Begrenztheit meines Blicks und auch der Sprache bewusst, in der ich mich ausdrückte und in der ich geschrieben hatte. In Montpellier wurde mir klar, wie einengend es sein konnte, mit zweiunddreißig Jahren Hausfrau und Mutter zu sein. In diesen Tagen voller Liebe fühlte ich mich erstmals frei von den Fesseln, die im Laufe der Jahre entstanden waren, von den Fesseln, die aus meiner Herkunft erwuchsen,von denen, die sich aus meinen Studienerfolgen ergaben, und von denen, die sich aus meinen Lebensentscheidungen ableiteten, vor allem aus meiner Heirat. In Montpellier konnte ich auch besser nachvollziehen, warum ich mich so gefreut hatte, als ich erfahren hatte, dass mein erstes Buch in andere Sprachen übersetzt worden war, und warum ich so niedergeschlagen gewesen war, nachdem ich außerhalb von Italien nur wenige Leser gefunden hatte. Es war wunderbar, Grenzen zu überschreiten, sich in anderen Kulturen treiben zu lassen, die Vorläufigkeit dessen zu entdecken,was ich für endgültig gehalten hatte. Wenn ich den Umstand, dass Lila nie aus Neapel herausgekommen war – sogar San Giovanni a Teduccio hatte ihr schon Angst gemacht –, früher für eine fragwürdige Entscheidung gehalten hatte, die sie allerdings für gewöhnlich in ein vorteilhaftes Licht zu setzen verstand, so schien er mir jetzt nur ein Zeichen geistiger Enge zu sein. Ich reagierte, wie man auf jemanden, der einen beleidigt, reagiert, indem man dieselben Worte verwendet, die einen beleidigt haben. »Du hast dich in mir getäuscht? Nein, meine Liebe, ich bin es, ich, die sich in dir getäuscht hat: Du wirst dein Leben lang den vorbeifahrenden Lastwagen auf dem Stradone nachschauen.«

»Wir werden die beiden Freundinnen nicht mehr vergessen. Mille grazie.«“

(Die Zeit) „

»Ein grandioses Zeitpanorama!«“

(Neue Züricher Zeitung) „

»Der einzige Makel dieses vierten Bandes ist es, dass er Ferrantes Neapolitanische Saga zu einem Ende bringt.«“

(Le Figaro)

Neuerscheinung

Tyll

Daniel Kehlmann

€ 23,60 · Rowohlt

Tyll Ulenspiegel - Vagant und Schausteller, Entertainer und Provokateur

- wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts in einem Dorf geboren, in dem sein Vater, ein Müller, als Magier und Welterforscher schon bald mit der Kirche in Konflikt gerät. Tyll muss fliehen, die Bäckerstochter Nele begleitet ihn. Auf seinen Wegen durch das vom Dreißigjährigen Krieg verheerte Land begegnen sie vielen kleinen Leuten und einigen der sogenannten Großen: dem jungen Gelehrten und Schriftsteller Martin von Wolkenstein, der für sein Leben gern den Krieg kennenlernen möchte, dem melancholischen Henker Tilman und Pirmin, dem Jongleur, dem sprechenden Esel Origines, dem exilierten Königspaar Elizabeth und Friedrich von Böhmen, deren Ungeschick den Krieg einst ausgelöst hat, dem Arzt Paul Fleming, der den absonderlichen Plan verfolgt, Gedichte auf Deutsch zu schreiben, und nicht zuletzt dem fanatischen Jesuiten Tesimond und dem Weltweisen Athanasius Kircher, dessen größtes Geheimnis darin besteht, dass er seine aufsehenerregenden Versuchsergebnisse erschwindelt und erfunden hat. Ihre Schicksale verbinden sich zu einem Zeitgewebe, zum Epos vom Dreißigjährigen Krieg. Und um wen sollte es sich entfalten, wenn nicht um Tyll, jenen rätselhaften Gaukler, der eines Tages beschlossen hat, niemals zu sterben.

Wahrscheinlich ist es kein Zufall, dass ein Roman über ein zerstörtes Europa gerade jetzt erscheint, tagespolitische Anknüpfungspunkte gibt es genug. Zugleich aber besteht Tyll auf höchster Artifizialität: Wirklichkeit ist literarisch nicht zu haben – und wäre ohnehin ein bescheidenes Ziel, gemessen an den Möglichkeiten. Kehlmanns meisterhafter Roman ist dafür gleich der Beweis.“

((Bernhard Oberreither, 13.10.2017))

Schon war der Wagen vorbeigerollt, schon war sein Blick anderswohin geglitten, zu anderen am Straßenrand. «Tyll ist gekommen!», rief es wieder an der Straße und: «Tyll ist hier!» aus den Fenstern und: «Der Tyll ist da!» vom Kirchplatz, auf den nun sein Wagen rollte. Er ließ die Peitsche knallen und stand auf. Blitzschnell wurde der Wagen zur Bühne. Die zwei Frauen falteten das Zelt, die junge band ihre Haare zu einem Knoten, setzte ein Krönchen auf, warf sich ein Stück Purpurstoff um, die alte stellte sich vor den Wagen, erhob die Stimme und begann einen Leiergesang. Ihr Dialekt klang nach dem Süden, nach den großen Städten Bayerns, und war nicht leicht zu verstehen, aber wir bekamen doch mit, dass es um eine Frau und einen Mann ging, die einander liebten und nicht zueinanderkonnten, weil ein Gewässer sie trennte. Tyll Ulenspiegel nahm ein blaues Tuch, kniete sich hin, schleuderte es, eine Seite festhaltend, von sich, sodass
es sich knatternd entrollte; er zog es zurück und schleuderte es wieder weg, zog es zurück, schleuderte es, und wie er auf der einen und die Frau auf der anderen Seite kniete und das Blau zwischen ihnen wogte, schien da wirklich Wasser zu sein, und die Wellen gingen derart wild auf und nieder, als könnte kein Schiff sie befahren.

Neuerscheinung

Die Rückkehr des Lemming

Stefan Slupetzky

€ 10,30 · Rowohlt

Eine Straßenbahn, ein ehemaliger Kriminalbeamter und zwei schräge Vögel: Der Lemming ist zurück.

Der junge Straßenbahnfahrer Theo Ptak ist jedenfalls bis über beide Ohren in eine Frau verliebt, die jeden Morgen in seinen Triebwagen steigt. Eines Tages muss er entsetzt mit ansehen, wie sie von zwei Männern entführt wird. Theo bittet den ehemaligen Kriminalbeamten Leopold Wallisch, auch Lemming genannt, um Hilfe.
Widerwillig macht sich der Lemming mit Theo auf die Suche nach den Kidnappern, und bald stoßen die beiden auf die erste Leiche, einen Reisejournalisten.
Was zwei seltsame Vögel namens Kaspar und Pannonia mit diesem Fall zu tun haben, liegt noch im Dunklen. Sie sitzen kurz nach dem 30-jährigen Krieg im Laderaum eines Ostindienseglers und fahren die afrikanische Küste entlang.

«Ein Buch, das man nicht weglegen kann. Bis zur letzten
Seite.»“

(Der Kurier über «Der Fall des Lemming»)

Ein freundliches Grüß Gott hört Theo nie, ein Danke
schön nur selten. Wenn er in der Haltestelle fünf Sekunden
wartet, um noch einen rasch herbeilaufenden Fahrgast aufzunehmen,
kann es schon geschehen, dass ihm der solcherart
Begünstigte ein nettes Wort schenkt – aufgewogen allerdings
durch die Beschwerden anderer Passagiere, die das
Amen im Gebet des goldenen Wienerherzens bilden: «Stehen
kann ich zu Hause auch!», heißt es dann, oder: «Meiner
Seel, die Nächstenliebe!», oder auch: «Ey, Alter, bist du
Straßenbahn oder Sozialverein?»

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Sachbücher

Neuerscheinung

Permanent Record

Meine Geschichte

Edward Snowden

€ 22,70 · S. Fischer

Edward Snowden riskierte alles, um das System der Massenüberwachung durch die US-Regierung aufzudecken.

Jetzt erzählt er seine Geschichte.

»Mein Name ist Edward Snowden. Sie halten dieses Buch in Händen, weil ich etwas getan habe, das für einen Mann in meiner Position sehr gefährlich ist: Ich habe beschlossen, die Wahrheit zu sagen.«

Mit 29 Jahren schockiert Edward Snowden die Welt: Als Datenspezialist und Geheimnisträger für NSA und CIA deckt er auf, dass die US-Regierung heimlich das Ziel verfolgt, jeden Anruf, jede SMS und jede E-Mail zu überwachen. Das Ergebnis wäre ein nie dagewesenes System der Massenüberwachung, mit dem das Privatleben jeder einzelnen Person auf der Welt durchleuchtet werden kann. Edward Snowden trifft eine folgenschwere Entscheidung: Er macht die geheimen Pläne öffentlich. Damit gibt er sein ganzes bisheriges Leben auf. Er weiß, dass er seine Familie, sein Heimatland und die Frau, die er liebt, vielleicht nie wiedersehen wird.
Ein junger Mann, der im Netz aufgewachsen ist. Der zum Spion wird, zum Whistleblower und schließlich zum Gewissen des Internets. Jetzt erzählt Edward Snowden seine Geschichte selbst. Dieses Buch bringt den wichtigsten Konflikt unserer Zeit auf den Punkt: Was akzeptieren wir – und wo müssen wir anfangen Widerstand zu leisten?

Edward Snowden erzählt glänzend, wie er erwachsen wurde - (...) in diesem spannenden, enorm reflektierten und vehement politischen Buch.“

(Julia Encke, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 15.09.2019) „

Edward Snowden erzählt in einer fesselnden Autobiographie wie er zum Whistleblower wurde. (...) Diese vollständige Geschichte (...) muss erzählt werden.“

(Uwe Ebbinghaus, Frankfurter Allgemein Zeitung, 18.09.2019)

Das erste System, das ich geknackt habe, war die Schlafenszeit.
Ich fand es unfair: Meine Eltern zwangen mich, ins Bett zu gehen, bevor sie sich selbst schlafen legten, bevor meine Schwester sich schlafen legte, und bevor ich überhaupt müde war. Die erste
kleine Ungerechtigkeit im Leben.
Von den ersten rund 2000 Nächten meines Lebens endeten viele mit zivilem Ungehorsam: Ich weinte, bettelte, feilschte, bis ich in der Nacht Nummer 2193 – der Nacht, in der ich sechs Jahre alt wurde – die direkte Aktion für mich entdeckte. Die Obrigkeit interessierte sich nicht für meine Forderungen nach Reformen, aber ich war nicht auf den Kopf gefallen. Gerade hatte ich einen der schönsten Tage meines jungen Lebens erlebt, mit Freunden, einer Geburtstagsfeier und sogar Geschenken; jetzt wollte ich ihn nicht enden lassen, nur weil alle anderen nach Hause gehen mussten.
Also verstellte ich heimlich alle Uhren im Haus um mehrere Stunden. Die Uhr der Mikrowelle ließ sich einfacher zurückstellen als die des Backofens, was vielleicht daran lag, dass ich sie besser erreichen konnte.
Als meine Aktion der Obrigkeit in ihrer unendlichen Ignoranz nicht auffiel, galoppierte ich begeistert von meiner Macht durch das Wohnzimmer. Ich war der Herr über die Zeit, und man würde mich nie wieder ins Bett schicken. Ich war frei. Und so kam es, dass ich auf dem Fußboden einschlief, nachdem ich endlich den Sonnenuntergang des 21. Juni gesehen hatte, am Tag der Sommersonnenwende, dem längsten Tag des Jahres. Als ich aufwachte, stimmten die Uhren im Haus wieder mit der Armbanduhr meines Vaters überein.

Neuerscheinung

Wie ich lernte, die Welt zu verstehen

Aus dem Schwedischen übersetzt von Maike Barth.

Hans Rosling

€ 25,70 · Ullstein

Hans Rosling war der "Popstar der Vernunft" (Süddeutsche Zeitung Magazin),

der Herr der Fakten - und zeitlebens ein Kämpfer für eine bessere und gerechtere Welt. In seiner Autobiografie erzählt der schwedische Kultautor, wie er Schritt für Schritt eigene Vorurteile überwand und zu echter FACTFULNESS fand.

Für seine faktenbasierte Weltsicht war Hans Rosling international bekannt und berühmt. Doch wurde er nicht als FACTFULMAN geboren: Aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen, ging er als junger Arzt zunächst nach Mosambik. Seine Arbeit im Krankenhaus der Hafenstadt Nacala wie auch die Begegnungen mit Bewohnern abgelegener afrikanischer Dörfer wurden zur Initialzündung für sein späteres Handeln. Vorlesungen vor Studierenden in Stockholm, Vorträge auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, Freundschaften wie mit Melinda und Bill Gates oder Gespräche mit dem Revolutionsführer Fidel Castro bestärkten ihn in seiner Botschaft: Wir müssen unser vermeintliches Wissen über den Zustand der Welt hinterfragen und uns den Fakten zuwenden – denn die Wirklichkeit ist oft viel besser als wir glauben.

"Hans Rosling hat sein Leben lang für eine bessere Welt gekämpft."
Der Spiegel

Neuerscheinung

New Dark Age

Der Sieg der Technologie und das Ende der Zukunft

James Bridle

€ 25,70 · C.H. Beck

Großes New-Dark-Age-Special

Während neue Technologien immer schneller und immer massiver bis in die letzten Winkel unseres Lebens vordringen, sind wir immer weniger dazu in der Lage, sie unseren Erfordernissen anzupassen. Sie sind längst zu einer Bedrohung für humane Lebensformen geworden.
Eine japanische Touristenfamilie folgt an der Küste Australiens ihrem Navi bis in den Ozean, obwohl die Straße längst verschwunden ist. Auch die Ranger im Death Valley in Arizona kennen dieses Phänomen, dass Ortsfremde der Technik mehr vertrauen als den eigenen Sinnen. Sie haben sogar einen eigenen Begriff dafür: "Tod durch GPS".
Doch dieser makabre "automation bias" ist nur ein Gleichnis für die Lage, in der sich die Menschheit heute befindet. Während neue Technologien immer schneller und immer massiver bis in die letzten Winkel unseres Lebens vordringen, sind wir immer weniger dazu in der Lage, sie unseren Erfordernissen anzupassen. Sie sind längst zu einer Bedrohung für humane Lebensformen geworden. In einer rasanten Tour de Force führt uns James Bridle, der "Orwell des 21. Jahrhunderts", durch die technologischen Dystopien der Gegenwart - vom Klimawandel und dem Internet bis zur Automatisierung der Arbeitswelt und der omnipräsenten Datenerfassung. Doch er zeigt noch mehr: Wir müssen eine unberechenbar gewordene Welt anders denken lernen, wenn wir uns in unserem "New Dark Age" noch zurecht finden wollen.
Bridle ist ein junger Harari noir - kompetent, funkelnd und düster wie ein Roman von H.P. Lovecraft.

Wenn die Technik doch nur irgendwas erfinden würde, womit wir uns in einem Notfall mit Ihnen in Verbindung setzen könnten!», sagte mein Computer, immer und immer wieder.
Nach der amerikanischen Präsidentschaftswahl 2016 begann ich, ähnlich wie mehrere meiner Bekannten und womöglich durch das Schwarmdenken der sozialen Medien dazu animiert, mir die Serie The West Wing (dt. Im Zentrum der Macht) noch einmal anzuschauen: eine Übung in heilloser Nostalgie. Sie brachte keine Erleichterung, aber ich gewöhnte mir an, mir, wenn ich allein war, am Abend nach der Arbeit oder im Flugzeug ein oder zwei Folgen anzusehen. Nach der Lektüre der neuesten apokalyptischen Forschungsberichte zum Klimawandel, zur totalen Überwachung und zu den Unwägbarkeiten der weltpolitischen Lage war ein neoliberales Kammerspiel aus den Nullerjahren nicht das Schlechteste, um darin zu versinken. Eines Abends befand ich mich mitten in einer Folge aus der dritten Staffel, und Leo McGarry, Stabschef von Präsident Bartlett, bedauert es sehr, einer Ausschusssitzung beigewohnt und deshalb die ersten Phasen eines Notfalls – ein mit Uranbrennstäben beladener LKW ist verunglückt – verpasst zu haben.
«Was hätten Sie vor einer halben Stunde getan, was nicht bereits getan worden ist?», fragt ihn daraufhin der Präsident.
«Ich hätte», erwidert McGarry, «vor einer halben Stunde gewusst, was ich jetzt weiß. Und genau aus diesem Grund gehe ich auch nicht mehr zu meinem Meeting – kleiner Luxus.»
Bartlett umkreist McGarry und meint voll beißender Ironie: «Ich weiß. Wenn die Technik doch nur irgendwas erfinden würde, womit wir uns in einem Notfall mit Ihnen in Verbindung setzen könnten! Irgendwie so eine Art Telefongerät mit einer ganz persönlichen Nummer, die wir anrufen könnten, um Sie wissen zu lassen, dass
wir Sie brauchen.» Er greift in Leos Hosentasche und zieht dessen Pager heraus. «Vielleicht würde es ja etwa so aussehen, Mr.Moto!»
Doch so weit kam die Folge gar nicht. Das Bild auf dem Schirm änderte sich fortwährend, aber mein Laptop war abgestürzt, und ein Satz der Tonspur lief in Endlosschleife: «Wenn die Technik doch nur irgendwas erfinden würde, womit wir uns in einem Notfall mit Ihnen in Verbindung setzen könnten! Wenn die Technik doch nur irgendwas erfinden würde, womit wir uns in einem Notfall mit Ihnen in
Verbindung setzen könnten! Wenn die Technik doch nur irgendwas erfinden würde, womit wir uns in einem Notfall mit Ihnen in Verbindung setzen könnten!»
Dieses Buch handelt davon, was die Technik uns in einem Notfall zu sagen versucht. Es geht aber auch darum, was wir wissen, wie wir Wissen erlangen und was wir nicht wissen können.
Im Verlauf des vergangenen Jahrhunderts hat die technologische Beschleunigung unseren Planeten, unsere Gesellschaften und uns selbst verändert, doch unser Verständnis dieser Dinge hat sie nicht geändert. Die Gründe dafür sind vielschichtig, und Gleiches gilt für die Antworten, nicht zuletzt deshalb, weil wir selbst vollständig in technologische Systeme eingebunden sind, die ihrerseits beeinflussen, wie wir handeln und wie wir denken. Wir können uns nicht außerhalb davon stellen; wir können nicht ohne sie denken.
Unsere Technologien sind an den größten Herausforderungen, vor denen wir heute stehen, beteiligt: einem außer Kontrolle geratenen Wirtschaftssystem, das viele Menschen ins Elend stürzt und die Kluft zwischen Reich und Arm immer größer werden lässt; dem Zusammenbruch des politischen und gesellschaftlichen Konsenses überall auf der Welt, was wachsende Nationalismen, gesellschaftliche Spaltungen, ethnische Konflikte und Schattenkriege zur Folge hat; und einem Klimawandel, der uns alle existenziell bedroht.

Neuerscheinung

Österreichs Jahrhundert des Naturschutzes

Johannes Gepp

€ 34,80 · Unipress Graz Verlag

Die Naturschutzbewegung ist seit 100 Jahren breitenwirksam.

Neuerscheinung

Orte und Zeichen der Erinnerung

Erinnerungszeichen für die Opfer von Nationalsozialismus und Krieg in der Steiermark

Heimo Halbrainer / Gerald Lamprecht / Georg Rigerl

€ 25,00 · CLIO Graz

Die Frage nach dem Umgang mit dem Nationalsozialismus sowie mit der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus ist bis in die Gegenwart zentral, wenn es darum geht, ein gesellschaftliches und politisches Selbstverständnis herzustellen und sich über grundsätzliche Werte und Haltungen im Zusammenleben zu verständigen. Dementsprechend ist die steirische Gedenk- und Erinnerungslandschaft ein Abbild für die politischen und gesellschaftlichen Transformationsprozesse der letzten 73 Jahre. Das vorliegende Buch dokumentiert erstmals vollständig die vielfältigen Erinnerungszeichen für die Opfer von Nationalsozialismus und Krieg in der Steiermark. Es würdigt damit einerseits die Opfer und hält die Erinnerung an sie wach. Anderseits zeigt es die vielfältigen gesellschaftlichen und politischen Wandlungen im Umgang mit dem Nationalsozialismus und seinem Erbe seit dem Ende des nationalsozialistischen Unrechtsregimes auf.

Neuerscheinung

Steiermark aus der Luft

Kurt Stüwe und Ruedi Homberger

€ 48 · Weishaupt Verlag

Die Steiermark:

„Ein herrliches Land, jeder Fleck, jeder Winkel ist schön. Es ist, als fahrete ich in einem Garten." Dieser Begeisterung Erzherzog Johanns wollen Kurt Stüwe, Professor für Geologie an der Universität Graz, und Ruedi Homberger, Fotograf, Bergsteiger und Pilot aus Arosa, nachspüren. Durch zahllose Flüge mit einem Kleinflugzeug erkundeten sie die verstecktesten Winkel des Bundeslandes zu allen Jahreszeiten. Daraus entstand ein Text-Bildband, in dem die Landschaftsvielfalt und der Kulturreichtum der Steiermark vermittelt werden. Graz, Kulturhauptstadt und UNESCO City of Design, Dachstein, Ausseerland, Hochschwab, Gesäuse, Thermenland und Vulkanland werden aus ungewöhnlichen Perspektiven gezeigt. Informative Texte über das Werden der Steiermark aus geologischer und historischer Sicht, ihre frühe Prägung durch den Menschen, Wirtschaft und Tourismus runden diesen einzigartigen Bildband ab. „Steiermark aus der Luft" – ein Loblied auf das Grüne Herz Österreichs – mit Luftbildern „Hoch vom Dachstein an ... bis ins Rebenland".

Neuerscheinung

Die Farbe Rot

Ursprünge und Geschichte des Kommunismus

Gerd Koenen

€ 39,10 · C.H. Beck

Du schließt die Augen und schaust in die Sonne, und durch deine Lider hindurch siehst du die Farbe deines Blutes – ein Karminrot. Dies ist die Farbe deiner leiblichen Existenz. Grün ist die Farbe der äußeren Vegetation. Gelb ist die Farbe der Sonne. Blau ist der Himmel über dir.

Mit diesen Sätzen beginnt Gerd Koenen seine epische Geschichte eines Traums, der so alt ist wie die Menschheit. Dieser Traum von der großen welthistorischen Kommunion, in der alle Menschen Brüder werden und keiner mehr des anderen Knecht sein muss, hat eine gewaltige Spur durch die Jahrhunderte gezogen, bis im Oktober 1917 die Revolution in Russland den Kommunismus an die Macht bringt. Doch als die Utopie nach der Wirklichkeit greift, wird der Traum zum Albtraum. Mit grandioser Erzählkunst schildert Koenen die Geschichte des Kommunismus auf eine völlig neue und entstaubte Weise. Er lässt Philosophen, Revolutionäre und Politiker zu Wort kommen, und er beschreibt die Ursachen für die Anziehungskraft der kommunistischen Idee: Herrschaft und Unterdrückung, Elend und Armut der Ausgebeuteten. Die Meisterschaft seines Buches besteht darin, dass er vor Augen führt, warum der Kampf um soziale Gerechtigkeit in einer Welt des Kapitalismus bis heute legitim und aktuell ist – aber ebenso wie und weshalb das Rendezvous des Kommunismus mit der Geschichte in Terror und Paranoia endete.

Wer Gerd Koenens archäologische Tiefenbohrungen nachvollzogen hat, kann die Welt nicht mehr ganz so sehen wie zuvor.“

(Mark Siemons, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 16. September 2017)

Neuerscheinung

Ideen können nicht erschossen werden

Revolution und Demokratie in Österreich 1789–1848–1918

Wolfgang Häusler

€ 29,90 · Molden Verlag

„Ideen können nicht erschossen werden“, sagt der Philosoph und Publizist Hermann Jellinek vor seiner Hinrichtung 1848 – der Weg Österreichs zur Demokratie ist gekennzeichnet von Verfolgung und blutiger Repression. Im Gefolge der Französischen Revolution 1789 wird der Versuch einer Neuordnung der Gesellschaft durch die ersten österreichischen Demokraten unterdrückt. 1848/49 scheitern die bürgerlich-demokratische und die soziale Revolution, die langfristige Durchsetzung ihrer Programme kann jedoch nicht verhindert werden; aus der Katastrophe des Weltkriegs erwächst 1918 die „österreichische Revolution“ (Otto Bauer). Die Erinnerungsorte und Denkmäler dieser Revolutionen mögen unscheinbarer sein als die Monumente von Herrschaft, Gewalt und Krieg, über sie hinaus jedoch, so zeigt Wolfgang Häusler in seinem Buch, geht es um das zukunftsweisende Gedächtnis der Demokratie, das der Tradition des Widerstandes verpflichtet ist.

Neuerscheinung

Die NSDAP

Eine Partei und ihre Mitglieder

Sven Felix Kellerhoff

€ 25,80 · Klett-Cotta

Die erste Gesamtdarstellung der NSDAP und ihrer Mitglieder.

Die NSDAP war mit bis zu 8,5 Millionen Mitgliedern die größte Partei, die es in der deutschen Geschichte gab. Warum traten so viele Menschen dieser deutschen Bewegung bei? Was machte sie attraktiv? Wer finanzierte die Partei? Welche Rolle spielte sie beim Aufstieg Hitlers zur Macht? All das sind Fragen, auf die es trotz zahlloser Hitler-Biographien und Darstellungen des Dritten Reiches bislang keine Antworten gab.

Gestützt auf umfangreiches Archivmaterial, erläutert Sven Felix Kellerhoff die Funktion der NSDAP auf dem Weg zur Macht und während des Dritten Reiches. Anhand von Zeugnissen ihrer Anhänger und Funktionäre zeichnet der Autor die Entwicklung der Hitlerbewegung nach: die erste umfassende Geschichte der NSDAP von ihren Anfängen über die Machtergreifung bis zu ihrem Ende 1945 und ihrem Nachleben in der frühen Bundesrepublik.

Eine lohnende und nachdenklich stimmende Lektüre. Das Buch weist über sein Thema hinaus und dokumentiert eindrücklich die Verführbarkeit des Bürgers in einer Demokratie, die den Glauben an sich selbst verloren hat.“

(Urs Bitterli, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 27.08.2017)

Neuerscheinung

Die Stadt von der Neuzeit bis zum 19. Jahrhundert

Urbane Entwürfe in Europa und Nordamerika

Vittorio Magnago Lampugnani

€ 80,20 · Verlag Klaus Wagenbach

Die Aufgabe ist sehr einfach und sehr schwer: Städte zu bauen für Menschen, die darin wohnen. Vittorio Magnago Lampugnani überblickt die verwickelte Geschichte der abendländischen Stadt und erzählt sie anhand ihrer bedeutsamsten Episoden.