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Rezensionen

Und es wird trotzdem wieder Sommer werden
 

Netti
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Gemeinsame Zeit lässt sich nicht nachholen

Dieses Buch ist wunderschön geschrieben und richtet sich an alle, die schonmal einen lieben Menschen, vielleicht sogar die Eltern, verloren hat.

Der Autor hat selbst die Erfahrung gemacht, als er als junger Mann durch einen tragischen Unfall plötzlich seinen Vater verloren hat.

In dem Buch schreibt er seine Gefühle und Erfahrungen dazu. Es gibt auch kurze Einblicke in sein Leben, als der Vater noch lebte.

Ich habe mich in dem Buch oft selbst wieder gefunden. Ich habe beide Elternteile verloren. Wie es einem danach geht, kann nur jemand verstehen, der auch ein geliebtes Elternteil verloren hat. Meist wird in der Bevölkerung nicht darüber gesprochen und es wird schnell erwartet, dass man nach 2-3 Wochen wieder zum Alltag übergeht.

Das Buch hat wunderbare Zitate und Denkanstöße. Ich habe mich rundum wohl und verstanden in diesem Buch gefühlt. Es hat mir auch geholfen, dass jemand so offen über seine Gefühle und Erfahrungen nach dem Verlust schreibt, denn so merkt man, man ist nicht alleine.

Das Buch hat 172 Seiten die in kurze Kapitel unterteilt sind. Der Schreibstil ist wunderbar, leicht und locker.

2 Zitate aus dem Buch haben mir besonders gut gefallen:

Gemeinsame Zeit lässt sich nicht nachholen, nicht aufschieben. Manchmal wissen Menschen nicht, wie unwahrscheinlich die Dinge sind, die sie sich versprechen, wo Zeit endlos scheint.

Und bei der Frage seiner Therapeutin, wofür er lebt, finde ich die Erkenntnis wunderbar : Du bist auf der Welt um das Leben zu lieben!

Ich kann das Buch auf alle Fälle weiter empfehlen. Mir hat es sehr gut gefallen, es hat mir geholfen und ich habe daraus einiges mit genommen an Denkanstößen .

jori1020
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Eine emotionale Wucht

Selten hat mich in letzter Zeit ein Buch so unmittelbar erreicht und berührt. Sebastian Becker erzählt sehr persönlich vom plötzlichen Tod seines Vaters und davon, wie sich das eigene Leben danach anfühlt: Es läuft einfach weiter, obwohl man selbst am liebsten die Zeit anhalten würde. Durch die autobiografischen Einblicke in die Beziehung zu seinem Vater und dessen letzte Tage wirkt die Geschichte unglaublich nah und ehrlich.

Besonders gefallen hat mir dabei die Mischung aus tief empfundener Trauer und einer fast schon poetischen Sprache. Die sehr kurzen Kapitel machen das Buch zwar zu einer schnellen Lektüre, eigentlich ist es aber gar kein Buch zum schnellen Weglesen. Immer wieder sind Gedanken, Metaphern, kleine Zeichnungen oder handgeschriebene Sprüche eingeschoben, die einen innehalten lassen. Gerade diese kleinen Momente sind mir besonders im Gedächtnis geblieben.

Becker findet Worte für viele Facetten der Trauer: für die unerwarteten Momente, in denen der Schmerz plötzlich wieder da ist, für das Vermissen und auch für die schwierige Frage, wann man sich selbst wieder erlauben darf, glücklich zu sein. Dabei ist das Buch trotz seines schweren Themas nicht ausschließlich traurig. Es vermittelt vielmehr die tröstliche Erkenntnis, dass ein Weiterleben möglich ist, ohne den Menschen, den man verloren hat, deshalb weniger zu lieben oder zu vermissen.

Eine sehr persönliche, poetische und berührende Auseinandersetzung mit Verlust, Trauer und der vorsichtigen Rückkehr ins Leben und eine absolute Leseempfehlung!

Eternal-Hope
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Trost und Inspiration für Trauernde

Sebastian Becker war erst in seinen 20ern, als er plötzlich und unerwartet seinen Vater durch einen Unfall beim Wandern verlor. Der Vater war noch keine 60 gewesen, Sebastian hatte gedacht, noch Jahrzehnte mit ihm verbringen zu können. Erst vor kurzem hatten die beiden darüber gesprochen, die in der Kindheit verpasste Zeit - aufgrund der Trennung der Eltern war Sebastian nur jedes zweite Wochenende bei ihm - nun nachholen zu wollen, doch dazu kam es leider nicht mehr.

Der Sohn trauert tief, und in diesem Hörbuch, einfühlsam und authentisch eingesprochen vom Autor selbst, erzählt er uns davon. Von den Erinnerungen an den Vater, von all dem Schönen und von den Momenten, denen er nicht genug Beachtung geschenkt hat. Als er beim Auto fahren dem Vater nicht zuhörte, wenn dieser von seinem Leben erzählte, und sich jetzt wünschte, er hätte es getan. Von unglaublichem Schmerz, für den sich kaum Worte finden lassen. Aber auch von der Hoffnung darauf, dass das Leben weitergeht, wie sich etwa in seinem Patenkind zeigt und darin, dass der Schmerz doch mit der Zeit ein bisschen nachlässt. Von schönen Erinnerungen, an denen er festhalten möchte.

Es ist ein kurzes Hörbuch, nur knapp zwei Stunden, doch findet sich viel Tiefe und unterschiedliche Facetten des Trauerns darin.

Wer auch einen geliebten Menschen verloren hat, kann in Sebastian Becker ein authentisches Rollenvorbild in Sachen konstruktiver Umgang mit der eigenen Trauer finden. Besonders interessant ist das Hörbuch für Menschen, die selbst ungewöhnlich jung jemanden verloren haben, in einer Lebensphase, in der die meisten Altersgenossen und -genossinnen dieses Schicksal noch nicht teilen und deshalb oft nicht nachempfinden können. Aber auch insgesamt für Trauernde in allen Lebenslagen findet sich viel Weisheit darin. Für mich selbst war es ebenfalls ein guter Begleiter in einer akuten Trauerphase, herzlichen Dank dafür!

Bücherfreundin
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Verlust und Trauer

Der Instagram-Künstler Sebastian Becker, bekannt unter dem Namen Tschief, veröffentlicht seit 2012 kurze und poetische Texte in unverwechselbarer Handschrift im Internet. In seinem Buch "Und es wird trotzdem wieder Sommer werden" thematisiert er den Tod seines damals 57-jährigen Vaters und lässt uns teilhaben an seiner Trauer. Es ist ihm wichtig, dass sein Buch nicht als Trauerbuch verstanden wird, er möchte beschreiben, was ihm passiert ist und wie es sich angefühlt hat.

Der Ich-Erzähler Sebastian ist 28 Jahre alt und befindet sich gerade bei seiner Mutter, als er erfährt, dass sein Vater beim Wandern so schwer gestürzt ist, dass er ins Krankenhaus transportiert werden musste. Wenige Stunden nach seiner Einlieferung verstirbt der Vater.

Mit viel Empathie und großer Offenheit beschreibt der Autor die schwere Zeit nach dem Tod seines Vaters. Fast drei Monate bleibt er in dessen Haus und ist von vielen Menschen umgeben, die füreinander da sind, für die Mahlzeiten sorgen und sich um alles Notwendige kümmern. Er erinnert sich an seine letzte Begegnung mit dem Vater zwei Tage vor dessen Tod, an seine Kindheit und Jugend. Die Eltern trennen sich, als Sebastian noch ein kleiner Junge ist, später besucht er den Vater und dessen neue Familie an jedem zweiten Wochenende. Er denkt an eine gemeinsame Bergwanderung im Schnee, an eine Hotelübernachtung und an unzählige Gespräche. Als er sich dazu entschließt, sein Studium abzubrechen, ist der Vater für ihn da und nimmt sich viel Zeit, um mit ihm zu überlegen, wie es weitergehen kann.

In teils sehr kurzen Abschnitten, die mit handgeschriebenen Texten und gezeichneten Sonnenblumen eingeleitet werden, hält der Autor seine persönlichen Erinnerungen und Gedanken fest. Dabei gewährt er uns tiefe Einblicke in seine Gefühls- und Gedankenwelt. Sehr gut gefallen hat mir die Beschreibung des Vater-Sohn-Verhältnisses anhand kleiner Episoden und Anekdoten. Obwohl Vater und Sohn in Liebe miteinander verbunden sind, lässt der fehlende Alltag sie einander fremd werden.

"Und es wird trotzdem wieder Sommer werden" hat mich zutiefst berührt, da ich bereits mehrere Herzensmenschen verloren und mich in den Schilderungen über Schmerz, Trauer und Sehnsucht oft wiedergefunden habe. Das Buch ist kein Ratgeber, kann es nicht sein, denn jeder trauert anders. Es gibt Denkanstöße, vermittelt andere Sichtweisen, macht Mut und gibt Hoffnung. Voller Wärme erzählt der Autor von seinem Vater und der großen Sehnsucht nach ihm. Es geht in dem Buch nicht nur um die schmerzvolle Trauer, es geht auch um Sprachlosigkeit, Liebe und Dankbarkeit.

Meine Lieblingsstelle im Buch ist diese Aussage des Autors: "Ich glaube, man darf nach dem Tod einer geliebten Person für immer traurig sein, aber nicht für immer unglücklich. Das Leben kehrt zurück - und mit ihm die Möglichkeit, zu blühen".

Absolute Leseempfehlung!

mel
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Das Cover ist schlicht gehalten mit dem blassen Blauton und der Fotografie des wolkenverhangenen Himmels in der Mitte, gefällt mir ganz gut wirkt nicht aufdringlich und passt zur Thematik, da es etwas ruhiges ausstrahlt.

Kurze Kapitel, die dennoch viel Gefühl vermitteln. Trauer, Verlust und wie man mit diesen Gefühlen umgeht, wenn sie einen überrumpeln und ganz unerwartet auf einen hineinbrechen. Man lernt vergangene Erinnerungen des Autors mit seinem Vater kennen aber auch die schwere Zeit nach seinem plötzlichen Tod. Also leichte Momente, in den geschwelgt wird aber auch harte und schwierige Phasen, die emotionale Ebene wurde meiner Meinung nach gut vermittelt und man konnte gut mit fühlen, wie der Autor sich in diesen Momenten gefühlt hat.

Insgesamt ein tolles Sachbuch, da Trauer in schwierigen Momenten oft erschlagend wirkt, es aber auch immer wieder Hoffnung geben wird, auch wenn es manchmal so scheint, als würde sie nie eintreten.

Phija
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Blumen blühen, Blumen verblühen, Blumen blühen

Ich habe "Und trotzdem wird es wieder Sommer werden" um 20:13 Uhr eingewickelt in meiner Bettdecke begonnen. Gegen 21:34 Uhr musste ich auf Klo und habe eine Pokemonkarte, die auf meinem Nachttisch steht, als Lesezeichen benutzt. Um 22:02 Uhr, während ich eine Schale Schoko-Cornflakes löffelte, habe ich es beendet.

Ich folge dem Account von Tschief aka. Sebastian Becker schon eine ganze Weile und war 2025 auch auf seiner Lesetour. Dementsprechend wusste ich sehr genau, was mich erwarten wird und dass ich es mögen werde. Das Buch ist kein Roman mit einer klassischen Handlung. Wenn ich es beschreiben müsste, würde ich sagen, dass es eine Gedanken- oder Erinnerungssammlung ist, welche Einblicke in den Trauerprozess um seinen Vater gewährt. Kurze Kapitel erzählen, teils fragmenthaft, aus dieser Zeit. Es wird einem dabei nicht aufgedrängt, etwas mitnehmen zu müssen. Es gibt einige Angebote, jedoch bleibt es einem am Ende selbst überlassen. Zwischen den kurzen Kapiteln finden sich immer wieder seine typischen handschriftlichen Gedankenfetzen, bei denen ich gerne einen Moment länger verweilt bin als nötig.
Auch wenn ich das Buch an einem Stück gelesen habe, weil mich die Stimmung so völlig in Beschlag genommen hat, ist es nichts, was man zwangsläufig tun muss oder kann. Das Buch hat seine schweren und leichten Momente. Es ist bedrückend und hoffnungsspendend. Ich habe geweint und gelächelt. Zwischenzeitlich hatte ich aber auch das Gefühl, kaum atmen zu können. Für mich war es eine intensive emotionale Reise, welche auf eine Art und Weise bereichernd war, für die mir die richtigen Worte fehlen.
Auch wenn der Tod des Vaters im Vordergrund steht, geht es doch, aus meiner Sicht, ums Leben in engem Schulterschluss mit dem Tod. Es gab einen Satz, den musste ich mir mit einem blauen Textmarker fett markieren: "Wer jeden Morgen aufsteht und daran denkt, dass er heute sterben könnte, steht irgendwann gar nicht mehr auf" (S. 136). Der Tod gehört dazu und das muss man einfach akzeptieren. Die Trauer gehört zum Leben dazu und auch das muss man akzeptieren. Aber im Leben gibt es eben immer noch das Leben. Ich glaube, genau das ist auch das, was ich heute aus dem Buch mitnehme. Leben, leben wollen und das Leben mit meinen Liebsten zu genießen. In einem anderen Moment in meinem Leben würde ich vielleicht was anderes mitnehmen.

Genau das habe ich an "Und es wird trotzdem wieder Sommer werden" so geliebt: Es ist unbequem. Es ist schwer. Aber es bereichert das Leben. Vor allem aber habe ich das Gefühl, etwas zu haben, was mir hilft, wenn es bei mir so weit ist und ich um einen geliebten Menschen trauern muss. In meiner Naivität denke ich, dass es mir Halt geben wird. Und wenn nicht, kann ich dieses wunderschöne Hardcover immer noch nehmen und gegen die Wand werfen.

Katto
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Zwischen Trauer, Liebe und ganz viel Leben

„Und es wird trotzdem wieder Sommer werden“ von Sebastian Becker ist für mich ein sehr mutiges und berührendes Buch, das mich beim Lesen immer wieder innehalten und nachdenken ließ. Es ist keine leichte Lektüre, obwohl der Schreibstil selbst einfach und angenehm zu lesen ist. Trauer wird hier nicht erklärt oder in große Worte gepackt – sie wird vielmehr gefühlt.

Sebastian Becker erzählt sehr persönlich vom Tod seines Vaters und von der Trauer, die danach in sein Leben eingezogen ist. Was mich dabei besonders berührt hat, ist, dass er nicht versucht, Trauer irgendwie schönzureden oder einfache Antworten zu geben. Stattdessen erzählt er von Erinnerungen, von kleinen Alltagssituationen, von Dingen, die auf den ersten Blick vielleicht völlig nebensächlich wirken und die plötzlich eine ganz andere Bedeutung bekommen, wenn dieser Mensch nicht mehr da ist. Es geht um die kleinen Dinge, um Liebe und darum, dass das Leben trotz eines Verlustes weitergeht. Nicht einfach so und auch nicht ohne Schmerzen – aber eben trotzdem.

Ich mochte sehr, wie Sebastian Becker mit Sprache umgeht. Seine Texte sind poetisch, aber gleichzeitig angenehm direkt und überhaupt nicht abgehoben. Mal musste ich schmunzeln, mal hat mich eine Stelle mitten ins Herz getroffen. Diese Mischung aus Traurigkeit, Wärme, Humor und ganz viel Liebe hat für mich den besonderen Reiz des Buches ausgemacht.

Das Buch hat in mir auch gewisse Angst ausgelöst, dass auch meinen eigenen geliebten Menschen etwas passieren könnte. An manchen Stellen hatte ich eine gewisse Distanz zum Inhalt, die ich gar nicht richtig erklären kann. Obwohl mich vieles sehr berührt und zum Nachdenken gebracht hat, konnte ich nicht jede Passage emotional ganz an mich heranlassen. Das hat meinem Gesamteindruck aber kaum etwas genommen.

Ich habe dieses Buch mit einem Kloß im Hals, aber gleichzeitig auch mit einem warmen Gefühl beendet. Es hat mich zum Nachdenken über Vergänglichkeit, über meine eigenen Erinnerungen und vor allem darüber gebracht, wie wichtig es ist, den Menschen, die man liebt, das auch zu sagen und so viel Zeit mit ihnen zu verbringen, wie es nur möglich ist.

Besonders schön fand ich auch das Layout des Buches.

Es ist kein Buch, welches man mal eben nebenbei liest. Es ist ein Buch, das traurig machen kann, aber gleichzeitig auch etwas Wertvolles mitgibt und nachdenklich macht. Für mich ist es ein sehr persönliches, sehr mutiges, ehrliches und berührendes Buch, das lange nachwirkt und meinen Blick wieder mehr auf die kleinen Dinge im Alltag gelenkt hat.

peppi
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Wenn Worte nicht ausreichen

Der Autor Sebastian Becker erzählt in seinem Buch von einem einschneidenden Verlust in seinem Leben-vom unerwarteten Tod seines Vaters. Es ist kein klassischer autobiografischer Trauerbericht. Eher eine persönliche Auseinandersetzung mit Sprachlosigkeit, Erinnerungen und der Frage , wie man etwas erzählen kann wofür man keine Worte finden kann.
Sebastian Becker beschreibt den Tod als ungebetnen Gast, der sich ungefragt in sein Leben schleicht. Diese Metapher macht dieses schwer greifbare Gefühl irgendwie verständlich.
Seine Sprache wirkt immer nahbar und ehrlich. Die Erinnerungen an Zeiten mit seinem Vater, machen deutlich wieviel mehr wir auf die kleinen Momente im Leben achten sollten.
Es ist ist kein Buch über den Tod,. Es ist ein Buch über das Weiterleben danach und der Versuch mit dem Fehlenden einen eigenen Platz im Leben zu finden.
Leseempfehlung!