Empfehlungen

Belletristik

Neuerscheinung

Tyll

Daniel Kehlmann

€ 23,60 · Rowohlt

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Tyll Ulenspiegel - Vagant und Schausteller, Entertainer und Provokateur

- wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts in einem Dorf geboren, in dem sein Vater, ein Müller, als Magier und Welterforscher schon bald mit der Kirche in Konflikt gerät. Tyll muss fliehen, die Bäckerstochter Nele begleitet ihn. Auf seinen Wegen durch das vom Dreißigjährigen Krieg verheerte Land begegnen sie vielen kleinen Leuten und einigen der sogenannten Großen: dem jungen Gelehrten und Schriftsteller Martin von Wolkenstein, der für sein Leben gern den Krieg kennenlernen möchte, dem melancholischen Henker Tilman und Pirmin, dem Jongleur, dem sprechenden Esel Origines, dem exilierten Königspaar Elizabeth und Friedrich von Böhmen, deren Ungeschick den Krieg einst ausgelöst hat, dem Arzt Paul Fleming, der den absonderlichen Plan verfolgt, Gedichte auf Deutsch zu schreiben, und nicht zuletzt dem fanatischen Jesuiten Tesimond und dem Weltweisen Athanasius Kircher, dessen größtes Geheimnis darin besteht, dass er seine aufsehenerregenden Versuchsergebnisse erschwindelt und erfunden hat. Ihre Schicksale verbinden sich zu einem Zeitgewebe, zum Epos vom Dreißigjährigen Krieg. Und um wen sollte es sich entfalten, wenn nicht um Tyll, jenen rätselhaften Gaukler, der eines Tages beschlossen hat, niemals zu sterben.

Wahrscheinlich ist es kein Zufall, dass ein Roman über ein zerstörtes Europa gerade jetzt erscheint, tagespolitische Anknüpfungspunkte gibt es genug. Zugleich aber besteht Tyll auf höchster Artifizialität: Wirklichkeit ist literarisch nicht zu haben – und wäre ohnehin ein bescheidenes Ziel, gemessen an den Möglichkeiten. Kehlmanns meisterhafter Roman ist dafür gleich der Beweis.

(Bernhard Oberreither, 13.10.2017)

Schon war der Wagen vorbeigerollt, schon war sein Blick anderswohin geglitten, zu anderen am Straßenrand. «Tyll ist gekommen!», rief es wieder an der Straße und: «Tyll ist hier!» aus den Fenstern und: «Der Tyll ist da!» vom Kirchplatz, auf den nun sein Wagen rollte. Er ließ die Peitsche knallen und stand auf. Blitzschnell wurde der Wagen zur Bühne. Die zwei Frauen falteten das Zelt, die junge band ihre Haare zu einem Knoten, setzte ein Krönchen auf, warf sich ein Stück Purpurstoff um, die alte stellte sich vor den Wagen, erhob die Stimme und begann einen Leiergesang. Ihr Dialekt klang nach dem Süden, nach den großen Städten Bayerns, und war nicht leicht zu verstehen, aber wir bekamen doch mit, dass es um eine Frau und einen Mann ging, die einander liebten und nicht zueinanderkonnten, weil ein Gewässer sie trennte. Tyll Ulenspiegel nahm ein blaues Tuch, kniete sich hin, schleuderte es, eine Seite festhaltend, von sich, sodass
es sich knatternd entrollte; er zog es zurück und schleuderte es wieder weg, zog es zurück, schleuderte es, und wie er auf der einen und die Frau auf der anderen Seite kniete und das Blau zwischen ihnen wogte, schien da wirklich Wasser zu sein, und die Wellen gingen derart wild auf und nieder, als könnte kein Schiff sie befahren.

Neuerscheinung

Die Rückkehr des Lemming

Stefan Slupetzky

€ 10,30 · Rowohlt

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Eine Straßenbahn, ein ehemaliger Kriminalbeamter und zwei schräge Vögel: Der Lemming ist zurück.

Der junge Straßenbahnfahrer Theo Ptak ist jedenfalls bis über beide Ohren in eine Frau verliebt, die jeden Morgen in seinen Triebwagen steigt. Eines Tages muss er entsetzt mit ansehen, wie sie von zwei Männern entführt wird. Theo bittet den ehemaligen Kriminalbeamten Leopold Wallisch, auch Lemming genannt, um Hilfe.
Widerwillig macht sich der Lemming mit Theo auf die Suche nach den Kidnappern, und bald stoßen die beiden auf die erste Leiche, einen Reisejournalisten.
Was zwei seltsame Vögel namens Kaspar und Pannonia mit diesem Fall zu tun haben, liegt noch im Dunklen. Sie sitzen kurz nach dem 30-jährigen Krieg im Laderaum eines Ostindienseglers und fahren die afrikanische Küste entlang.

«Ein Buch, das man nicht weglegen kann. Bis zur letzten
Seite.»

Der Kurier über «Der Fall des Lemming»

Ein freundliches Grüß Gott hört Theo nie, ein Danke
schön nur selten. Wenn er in der Haltestelle fünf Sekunden
wartet, um noch einen rasch herbeilaufenden Fahrgast aufzunehmen,
kann es schon geschehen, dass ihm der solcherart
Begünstigte ein nettes Wort schenkt – aufgewogen allerdings
durch die Beschwerden anderer Passagiere, die das
Amen im Gebet des goldenen Wienerherzens bilden: «Stehen
kann ich zu Hause auch!», heißt es dann, oder: «Meiner
Seel, die Nächstenliebe!», oder auch: «Ey, Alter, bist du
Straßenbahn oder Sozialverein?»

Neuerscheinung

Der Weg des Bogens

Paulo Coelho

€ 18,50 · Diogenes

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Anspannen, innehalten, loslassen: Das ist der Weg des Bogens.

Dies lehrt der beste Bogenschütze des Landes seinen Schüler. »Dabei ist der Pfeil die Intention, der Bogen die Disziplin, und die Zielscheibe ist das Ziel. Es geht um Harmonie und die richtige Balance von Disziplin und Begeisterung. Wenn du nichts riskierst, wirst du nie wissen, was du das nächste Mal anders machen musst.« Ein Buch über Konzentration, Beharrlichkeit, Entscheidungsfreude und die notwendige Offenheit für neue Wege – im Bogenschießen ebenso wie im Beruf, in der Liebe und im Leben.

Tsetsuya ist der beste Bogenschütze des Landes in einem abgelegenen Tal in Japan. Als ein ehrgeiziger anderer Bogenschütze ihn aufspürt und sich mit ihm messen will, stellt er sich der Herausforderung. Doch seine Lehren gibt er nicht an ihn weiter, sondern an einen unerfahrenen Jungen in seinem Dorf.

"Die Menschen beurteilen andere immer nach sich selbst - und manchmal ist ihre Meinung von Vorurteilen und Ängsten geprägt."

Neuerscheinung

Die Geschichte der getrennten Wege

Elena Ferrante

€ 24,70 · Suhrkamp Verlag

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Band 3 der Neapolitanischen Saga.

Lila ist Mutter geworden und hat alles hin­geworfen, Elena ist nach Nord­italien gezogen, hat ein Buch ver­öffentlicht und schein­bar gewinnend ge­heiratet. Ganze Welten trennen die Freundinnen, doch gerade in diesen schwierigen Zeiten – es sind die politisch turbu­lenten Siebziger – sind sie für­ein­ander da, und die Nähe, die sie ver­bindet, scheint un­ver­brüch­lich. Würde da nur nicht die lang­jährige Konku­rrenz um einen bestimmten Mann immer deutlicher zutage treten …

Elena Ferrante hat einen Roman von drängender Intensität geschaffen, ein lebenspralles Sittengemälde Italiens und ein erzählerisches Meisterwerk, das bleiben wird.

Elena Ferrante erinnert uns daran, was es heißt, jemanden zu lieben.

The New York Times

Ein grandioses Zeitpanorama!

Neue Zürcher Zeitung

Kraftvoll und fesselnd, voller Aben­teuer und über­raschender Wendungen — eine un­vergessliche Ode an die Freundschaft.

Le Monde des Livres

Neuerscheinung

Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war

Paulus Hochgatterer

€ 18,50 · Deuticke Verlag

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Paulus Hochgatterer erzählt davon, wie ein lange ver­schollenes Gemälde wieder auftaucht und wie ein einfacher Mann zum Helden werden kann. Er erzählt von Angst, von Sehnsucht und vom Alltag und von jenen Momenten, in denen Geschichte höchstpersönlich wird.

Er formuliert schlanke, ungemein anschauliche Sätze, deren Eigentliches zwischen den Zeilen steht. […] Überhaupt zählt die Präzision des Ausdrucks zu seinen hervorstechenden Qualitäten.

Ulrich Weinzierl, Die Welt

Neuerscheinung

Babylon

Yasmina Reza

€ 22,70 · Carl Hanser Verlag

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Ein Mord und seine Folgen:

Hinreißend komisch wie in ihrem Stück „Der Gott des Gemetzels“ und dabei tiefernst erzählt Yasmina Reza, was passiert, wenn das bürgerliche Alltagsleben aus den Fugen gerät. Eine literarische Meisterleistung.

Mich interessiert dieser Moment, wenn die Moral aufhört und die Nerven ins Spiel kommen. Ich glaube, dass wir ganz wesentlich von unseren Nerven geleitet werden … Und wenn Sie sich in die Logik von Krimi­nellen, von Mördern, hinein­versetzen, dann beginnen Sie auch, sie zu verstehen.

Yasmina Reza

Yasmina Reza ist Expertin für plötz­lich ausgesprochene Wahrheiten, für unkontrollierte Ausbrüche … Sie ist brillant darin, solche Momente der Wahrheit als komische zu be­schrei­ben, ohne ihren tief­schwarzen Grund aus dem Blick zu verlieren.

Julia Encke, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Yasmina Reza hat die Kunst der Eskalation perfektioniert.

Maren Keller, Spiegel Online

Neuerscheinung

Bis an die Grenze

Dave Eggers

€ 23,70 · Kiepenheuer & Witsch

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Eine Mutter auf der Flucht – ein Roadtrip ans Ende der Zivilisation.

Josie weiß gerade nicht mehr weiter. Alleinerziehend mit zwei Kindern, ohne Einkommen, nachdem sie gerade ihre Zahnarztpraxis hat schließen müssen, versetzt ein Anruf ihres Exmannes sie in Panik. Spontan nimmt sie Reißaus, fliegt mit beiden Kindern nach Alaska, mietet ein Wohnmobil und versucht, sich in der Wildnis neu zu finden.

Dave Eggers' Porträt einer Frau, die hin- und hergerissen ist zwischen dem Wunsch nach Konformität und nach Freiheit, ist hochkomisch, wahrhaftig und ungemein aktuell.

Neuerscheinung

Die Poesie der Hörigkeit

Lea Singer

€ 20,60 · Hoffmann und Campe

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Mopsa Sternheim & Gottfried Benn – Die Obsession eines Lebens.

Eine Kindheit mit van Goghs an den Wänden und einem Vater, der seiner Tochter sexuell nachstellt. Eine Jugend zwischen Krieg und Frieden, Dresden und St. Moritz, Bodensee und Berlin, Morphiumsucht und Liebesfluchten. Ein Exil in Paris, das ernüchtert und vereinsamt. Ein Widerstand unter Einsatz von Leib und Leben. Und über allem, unter allem die Lyrik von Gottfried Benn und die Besessenheit von diesem Mann. Wo er doch so dick und scheußlich ist.

Ein Liebesdrama, in dem sich ein halbes Jahrhundert abbildet. Der lange Weg zu einer späten, erlösenden Entdeckung.

Was Lustmord angeht, so finde ich ihn ja seit je die eigentlich ideale Form der Liebe, jedenfalls von Seiten des zart empfindenden Mannes, dem robusten ist es natürlich gleich, was aus ihr wird.

Gottfried Benn

Neuerscheinung

Ein Trottel kommt selten allein

Michael Niavarani

€ 25,00 · Amalthea Verlag

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Glauben Sie jetzt nicht, dass ich Ihnen dieses Buch schmackhaft machen werde, nur weil Sie es umgedreht haben. Das muss das Buch schon selber tun. Dazu müssen Sie es aber lesen und natürlich zuerst kaufen. Im Vertrauen: Es wäre jetzt genau der richtige Zeitpunkt. Das ist auch der einzige Grund, warum hier ein Text steht. Dieser Text ist aber nicht von mir, den haben zwei Werbefritzen verfasst, denn ein Trottel kommt tatsächlich selten allein. Und für einen Trottel gibt es einen noch größeren Trottel, der ihn bewundert. Das ist vielleicht das größte Glück meines Lebens, dass auch ich immer wieder einen … aber das würde hier zu weit führen.

Mich dürfen Sie natürlich nicht fragen, wie dieses Buch ist, denn ich habe es ja geschrieben. Soll ich sagen, es ist mir nur so aus der Feder geflossen? Es war anstrengende Arbeit. Ich habe vieles recherchiert, und nicht einmal das Ergebnis wird Sie überraschen: Die Geschichte der Menschheit ist voller Narren. Nein, ich kann Ihnen dieses Buch nicht empfehlen, als Autor bin ich nämlich voreingenommen.

Auf jeden Fall habe ich wieder ein Buch geschrieben, und wenn Sie wirklich – aber wirklich – nichts Besseres zu tun haben, lesen Sie es doch. Am besten in einer schlaflosen Nacht, denn in einer solchen ist es auch entstanden.

Neuerscheinung

In der Einsamkeit nahe dem Meer

Zoran Ferić

€ 22,00 · Folio Verlag

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Obsession, Freud, Jukebox, Tito, Muschis … ein wilder Roman über die Liebe.

Schön ist es, auf dem trockenen Seegras zu liegen, in der Einsamkeit nahe dem Meer. Der Roman handelt von der „Welt der Möwen“. „Möwen“ sind die dalmatinischen Jungs, die sich in den 1970ern und 1980ern als Frauenverführer versuchen. Hier die Jünglinge, die in der Kürze des heißen Sommers viele Eroberungen verzeichnen wollen, dort die liberalen, sonnenhungrigen Touristinnen aus Deutschland, Dänemark oder Holland, die auf der exotisch-kommunistischen Insel Rab nach Abenteuern gieren. Doch stets sind die flüchtigen, von sexuellem Verlangen aufgeheizten Begegnungen getränkt von schwerer Melancholie.

Offen und bizarr erzählt der Roman von der Verletzlichkeit der menschlichen Seele.

Der beste lebende kroatische Schriftsteller.

Deutschlandradio

Zoran Ferić gilt nicht nur als einer der wichtigsten Vertreter der modernen Literatur, sondern auch als ihre dark celebrity.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

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